Zuwachs


Die X-Pro1 mit dem 18-55, schon steinalt(eine Woche) und extensiv genutzt

Inzwischen fanden ein paar kleinere Firmware-Updates zur Kamera statt. Eingewöhnt habe ich mich mittlerweile auch. Allerdings ist der Autofoklus des 1,4/35ers immer noch relativ langsam, wenn auch nicht mehr so wie beim Neukauf der Kamera/Objektivkombination.

Das ursprünglich angekündigte 1,4/23 lässt immer noch auf sich warten; wir haben jetzt schon eine Verschiebung von rund neun Monaten gegenüber dem ursprüglich Angekündigten. Mich ärgert das ziemlich und eigentlich hat Fuji hier schon wieder einen Trennungsgrund geschaffen. Allerdings ist die Kamera eigentlich zu gut dafür. Das 35er ist mir für Street eigentlich zu lang. Es muss etwas Kurzes her, das aber kein 28er-Äquivalent ist(Das ist wiederum zu kurz…).

Also habe ich jetzt rund ein halbes Jahr nachgedacht und dem 1:2,8-4/18-55 Zeit zum Reifen gegeben und bin nun stolzer Besitzer eines Fujinon-Zooms.

Der erste Eindruck

Die Verpackung ist Fuji-typisch hochwertig. In der Schachtel befinden sich neben dem Objektiv noch ein Einschlagtuch, eine SD-Karte mit neuerer Firmware für die Kameras(die es auch im Internet gibt) und natürlich die Gebrauchsanleitung für das Objektiv.
Insgesamt sieht das Ganze also schon mal gut aus. Der erste Eindruck ist bekanntlich oft der wichtigste.

Technische Daten:
  • Brennweite 18-55 mm entsprechend 27-82,5 mm.
  • Lichtstärke 1:2,8 bis 4.
  • Bildstabilisator. Wirksamkeit etwa drei Blenden.
  • Baulänge ab Bajonett 70,4 mm, mit mitgelieferter Gegenlichtblende 109 mm bei kützester Brennweite. Bei längster Brennweite mit Gegenlichtblende etwa 135mm. Durchmesser etwa 65 mm.
  • Gewicht laut Fuji-Angaben etwa 310 Gramm.
  • Fassung aus Metall(außen) und Kunststoff(beweglicher Teil mit der Frontlinse).
  • Mitgelieferte Gegenlichtblende

Den ersten Eindruck kann man demnach als gut bezeichnen.

Die Qualitäten

Der Bildstabilisator gehört zu den einfachen Vertretern seiner Zunft. Es gibt keine Sonderfunktion, mit dem er auch aus der Bewegung heraus funktioniert. Das macht ihn für Sportfotografie ungeeignet, aber wenn man Bewegungseffekte einfangen will, ist das anders. Dann lassen sich damit erstklassige Effekte erzielen. Es gilt also immer noch die alte Regel, dass Lichtstärke bei Available-Light-Fotografie unersetzlich ist. Aber als Hilfe für bestimmte Aufnahmen ist sowas immer gut, allein schon, weil das Stativ erst sehr viel später zum Einsatz kommen muss. Die Effektivität des Stabis schätze ich, wie viele andere auch, auf etwa drei Blenden. Das ist durchaus gut: Wenn man nachrechnet, kann man so immerhin auf eine Pseudo-Lichtstäke von 1,4 bei der längsten Brennweite kommen oder die Verschlusszeit nach alter Regel(Längste Zeit ohne Stativ = 1/Brennweite bei Kleinbild) bis auf das Achtfache den Normalen ausdehnen, was immerhin rund 1/10tel Sekunde ist. Und das ist manchmal schon eine ganze Menge.


Unten auf dem Bild der ‘Schalter für den Stabilisator, oben der Schalter für die Blende; in “A”-Stellung wird die Blende automatisch bestimmt.

Bisher kann ich sagen, dass der Stabi bis zu einer Verschlusszeit von etwa 1/20stel Sekunde zuverlässig ist, bei längster Brennweite von 55mm, entsprechend 82,5 mm in Kleinbild. Insoweit geht das in Ordnung.

Die Firmware

Das gelieferte Objektiv kam noch mit der Version 1,0. Ein Upgrade mit einer neuen Firmware von der Fuji-Site ist problemlos möglich. Derzeit ist das die Version 1,1(18.07.1013).
Ansonsten funktioniert alles harmonisch mit der X-Pro1.

Der Autofokus

Der Autofokus ist gefühlt deutlich schneller als beim 35er, soviel kann ich sagen. Die Trefferquote kann höher sein. Hier kann ich aber nicht genau sagen, ob meine Arbeitsweise nicht auch noch eine Rolle spielt. Das befindet sich noch im Versauchsstadium.
Der erste Probelauf war eher schlecht, die Bilder des zweiten Versuches sind im Blog zu sehen.

Die Bildqualität

Über die Bildqualität lässt sich noch nicht allzu viel sagen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie sehr gut ist. Einen auf einer anderen Site vorgefundenen Zentrierfehler konnte ich bei meinem Exemplar nicht feststellen. Die Auflösung scheint bis in die Ecken gleichmässig zu sein, soweit sich das per Pixelpeeping feststellen lässt. Im Weitwinkelbereich neigt das Objektiv zoomüblich zu deutlich sichtbaren tonnenförmigen Verzeichnungen, die im mittleren Brennweitenbereich nahezu verschwinden, um im Telebereich gering kissenförmig zu werden. Allerdings ist die Kamera in der Lage, dieses Manko bei JPEG-Files zu korrigieren. Die Kamera ist darauf abgestimmt, so dass normalerweise keine Probleme zu erwarten sind. RAW-Daten werden nicht korrigiert; diese dienen vor allem dem Zweck, eine höhere Auflösung zu erzielen, von der aus die Daten auch in andere Format wie TIFF gewandelt werden können. Eventuell nötige Korrekturen müssen dann in der Software vorgenommen werden.

Insgesamt geht die Qualität allerdings in Ordnung. Ein deutlich teureres Canon 1:2,8/28-70 wie meines ist nicht besser.


Die Gegenlichtblende kommt mit dem Objektiv und ist aus Kunststoff

Fazit

Das Objektiv ist jeden, der mit diesem Brennweitenbereich arbeitet, ein Gewinn. Meiner Auffassung nach ist diese Linse sehr gut und sehr wahrscheinlich besser als die Artgenossen der Mitbewerber.
Die Fertigungsqualität ist in Ordnung; alles ist solide; nichts rappelt und das Fokussieren geht leise und gesittet vor sich. Der Deckel ist keine so unglückliche Konstruktiuon wie beim 35er, der dort über die Gegenlichtblende gestülpt wird.

Den geforderten Preis (um 650 Euro) ist es auf jeden Fall wert.

 

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