Mal ein bisschen Rhyolite

Besucht habe ich auch Rhyolite. Das ist eine Geisterstadt in der Nähe von Beatty in Nevada, in der Anfang des 20. Jahrhunderts nach  gegraben wurde. Diese Stadt existierte nur von 1904 bis 1919. Der letzte Einwohner war übrigens der Postbeamte. Die Fragmente, die noch sichtbar sind, sind ein paar Ruinen und ein leerstehendes Bahnhofsgebäude.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude. X-Pro2 mit dem 10-24. Brennweite 14mm. 1/12stel Sek. bei Blende 8. ISO 200.

Leben gibt es dort aber durchaus noch. Einige Leute nutzen den Ort zum Campen oder um einen ruhigen Platz zum Leben zu haben.

Wassertank. Brennweite 11mm mit dem 10-24. ISO200, Blende 9 bei 1/250stel Sek. Auch mit der Pro2.

Der Wassertank zeigt es bereits: In der 100%-Ansicht des Originals kann man erkennen, dass der Auslauf aus Zink, also doch schon recht alt ist.

Ölfass.

Der Eisenbahnwagen dürfte älter sein; der Bauweise nach würde ich ihn als tatsächlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammend einschätzen.

Eisenbahnwagen. Mit dem 18-55. ISO 200, Blende 10 bei 1/125stel Sek. Mit der X-T2.

Die ursprüngliche Farbe des Waggons kann man noch erraten. Ich denke, dass es sich um einen Rotton gehandelt haben muss.

Leiter. Auch vom Waggon. Auch mit dem 18-55. Blende 7 bei 1/125stel Sek. ISO 200. Fujifilm X-T2.

Selten zu sehen ist auch ein Haus, das einer der Stadtbewohner aus Flaschen gebaut hat. Der Menge nach dürfte der Mann die Flaschen eher gesammelt als selbst ausgetrunken haben. Es soll sich um rund 50.000 Bierflaschen handeln, die der Erbauer im benachbarten Saloon eingesammelt hat..

Flaschenhaus.

Einige Fragmente aus früheren Zeiten hat man auch noch gefunden und ausgestellt. Vor allem um das Flaschenhaus herum kann man sich das ansehen:

Überbleibsel früheren Lebens im Ort.

Radreifen.

Rhyolite ist auch ein Platz, an dem sich einige Künstler verewigt haben. Hier kommen ein paar Bilder:

Das letzte Abendmahl. Hier aus Kunststoff. Gemacht von Albert Szukalski.

Meine neue Couch… Aus Beton und verfliest. Künstler unbekannt.

Denkmal für die Minenarbeiter. Aus Stahl.

Ein kleines und durchaus interessantes Museum, in dem Bilder aus dem früheren Stadtleben ausgestellt sind, gibt es auch noch. Kleine Spenden werden übrigens auch gerne gesehen. Darauf sei hingewiesen.

 

 

 

 

 

 

Artist’s Palette

Eine Übersicht.

Das Death Valley wollte ich schon seit einigen Jahren genauer untersuchen und sehen und dieses Jahr habe ich das auch mal hinbekommen. Meine Tour ging am ersten Tag vom Flughafen in Los Angeles nach Ridgecrest(günstiges Hotel!). Drei Stunden Fahrt sind nach einem 14stündigen Flug, der Einreiseprozedur(auch wenn sie problemlos war, danke liebe Amis) und der Aufnahme des Mietwagens und dann dem Kriechtempo über die am frühen Abend gut ausgelasteten Highways rund um Los Angeles einfach genug. Von dort waren es dann noch drei Stunden bis Pahrump, wo eigentlich meine erste Station war.

Normalerweise ist der Weg über Ridgecrest länger, wenn man ins Death Valley will; aber trotzdem gibt es da einen kleinen Vorteil: Man muss, um nach Pahrump zu kommen, durch das Death Valley fahren; und bekommt schon mal ein bisschen zu sehen und weiß, wo die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu finden ist. Es ist also relativ zeitsparend.

Auch hier konnte ich wieder ein Phänomen beobachten, das mich ein bisschen genervt hat: Ein paar meiner Landsleute glaubten wirklich, jemanden mit einem kleinen Auto Tipps für das Verhalten in der Wüste zu geben zu müssen. Die meisten Leute wissen ohnehin nichts und ganz besonders, wenn sie das erste Mal da sind, scheinen einige Leute das zu brauchen. Wichtig war denen eigentlich nur das dicke Auto. Obwohl: Wenn es ein neuer Chevy Tahoe ist, sitzt entweder ein Deutscher oder ein Chinese drin und der Säufer ist ohnehin gemietet. Andere Leute setzen eben andere Prioritäten. Ein dezenter Hinweis auf meine Wasservorräte genügte dann. Diese Leute waren offensichtlich auch aus der „Schatzi stell dich mal vors Motiv“- Fraktion.

Wenn man durch das Valley fährt, sollte einem klar sein, dass die meisten Sehenswürdigkeiten nicht so einfach von der Straße zu erreichen sind. Man muss auch mal die eine oder andere Dirt Road benutzen, was aber bei vorsichtiger Fahrweise kein Problem sein sollte. Auch mit einem Mietwagen nicht und meistens auch nicht mit einem Fahrzeug wie dem von mir gemieteten Nissan. Wer das nicht will, schließt sich schon von vielem aus.

Zu den Bildern

Auch wenn manche das anders sehen: Die Kontraste im Death Valley sind niedriger, als man sich das vorstellen mag und einige dieser Bilder mussten heftig nachbearbeitet werden. Die Ursache liegt einmal in der Gesamthelligkeit und zum anderen in den immer irgendwo auftretenden kleinen Sandstürmchen. Ein Polfilter ist in so einem Fall übrigens ziemlich wirkungslos. Es handelt sich halt um Staub und nicht um den bei uns bekannten Dunst. Man muss also meistens ohne auskommen.

Besucht habe ich Badwater, Dante’s View, Artist’s Palette, die Mesquite Dunes, Rhyolite, Devil’s Golf Course, Devil’s Corn Field. Salt Creek, Stovepipe Wells und zwei Canyons habe ich auch noch durchwandert, die beide auf ihre Art sehr schön waren. Und natürlich den Zabriskie Point, den man einfach gesehen haben muss, wenn man schon mal da ist. Im Death Valley ist es wie in Yosemite. Man muss ein bisschen herumfahren, wenn man alles sehen will. Das reduziert die Bildausbeute deutlich, aber die Bilder werden tendenziell besser.

Kurz beschrieben…

Es handelt sich dabei um eine Gebirgsformation, die in vielen, meistens warmen, Farben schimmert. Das herauszuarbeiten erwies sich als schwierig. Der dezente Hinweis auf die doch recht niedrigen Kontraste gilt auch hier.

Alle Farben auf einen Blick. Man muss nicht einmal weit dafür laufen.

Diese Gegend kann man sich weitgehend mit dem Auto erfahren. Es gibt einen Rundkurs, der asphaltiert ist. Das macht es mit dem Mietwagen ein bisschen leichter.

An der Ausfahrt. Diese Farbgebung ist sehr typisch für die Gegend.

Schwieriger war die richtige Einstellung des Suchers. Das Licht ist sehr hell dort, auch  verglichen mit den sommerlichen Lichtverhältnissen hier in Deutschland. Es ist so hell, dass man auf jeden Fall schon nicht mehr mit dem Kameramonitor arbeiten kann und dass selbst der Sucher zu dunkel sein kann. Mann muss ihn zumindest bei den Fujis sehr hell einstellen, um Bilder machen zu können.

Ein bisschen bunter.

Was diese Ecke ausmacht, ist genau das, nämlich die eher niedrigen Kontraste, die es allerdings auch notwendig machen, die Bilder ausschweifend nachzuarbeiten, vor allem im Hinblick auf die Kontraste. Zudem muss man auch mit der Belichtung vorsichtig sein.

Noch mehr Farben.

Mit dem Blick auf die Objektive gilt auch hier das immer wieder von mir Kolportierte: Man braucht „alles“ von etwa 15 bis 300 mm in Kleinbild. Auch hier und trotz oder gerade wegen der Weite der Landschaft. Wer sich davon beeinflussen lässt, dass „Weitwinkel reicht“, vergibt die Chance auf gute Bilder.

…und noch mehr davon.

Ich habe hier zwar die meisten Bilder mit dem 18-55 und dem 10-24 gemacht, aber auch das 55-200 wird später noch zu Ehren kommen.

Nochmal im Hochformat.

Auch bei diesen Bildern hatte das Stativ Freizeit. Es war später Nachmittag und sehr hell. Ich musste selten mehr als 1/250stel Sek. als Belichtungszeit einstellen.

…und noch einer in Quer.

Nachgearbeitet habe ich, wie eigentlich immer, in Lightroom. Man muss schon ein bisschen an den Kontrasten und der Farbintensität herumschrauben, um an diese Ergebnisse zu kommen.

Der Letzte. Man sieht, worum es geht. Mit dem 10-24, Blende 8 bei 1/250stel Sek. Brennweite 18mm.

Zur Technik: Alles mit Fuji X-T2 oder Pro2 aufgenommen. Mit dem wohlbekannten „Kit-Dreisatz“ aus 18-55, 55-200 und dem noch relativ neuen 10-24, das hier zum ersten Mal wirklich von mir eingesetzt wurde, obwohl ich es bereits seit zwei Jahren mein Eigen nennen kann.

 

 

 

 

 

Neues aus Amerika

Das Death Valley von Dante’s View aus gessehen.

Es war mal wieder Zeit, in die Staaten zu fliegen, um Bekannte zu besuchen und ein bisschen herumzutouren, wie ich das immer tue, wenn ich dort mal bin.

Dieses Mal im Gepäck:

  • Zwei Fujis, die T2 und die Pro2.
  • Ein 4/10-24.
  • Ein 2,8-4/18-55.
  • Ein 3,5-4,8/55-100.
  • Drei passende Polfilter. Also ein 58er, ein 62er und ein 72er.
  • ND-Filter: 8 (Cokin), 64, 1000; die letzten beiden aus Glas und von Zomei.
  • Graduelle ND-Filter: 4 und 8 aus Kunststoff von Cokin.
  • Drahtauslöser.
  • Die Kameras bekamen je einen L-Winkel mit Arca- Schienen.
  • 5 Ersatzakkus.
  • Ladegeräte für vier Akkus.
  • Ein Togopod- Carbonstativ.
  • Ein Lenovo- Laptop.
  • Zwei USB-Laufwerke zu Datensicherung. Eines als SSD zum Arbeiten und eine 1TB-Festplatte.
  • Ein Hochleistungs- USB-Netzteil nebst einiger Kabel und einen Dreifachstecker für das Auto.
  • Natürlich ein Smartphone mit einer US-Simkarte im zweiten Slot, um sofort telefonieren zu können..
  • Unterwegs wurde das Ganze in einem Manfrotto- Rucksack transportiert.

Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich das Ganze ziemlich strategisch organisiert. Es sind genug Akkus vorhanden und sie können ziemlich simultan nach- bzw. aufgeladen werden. Die Lader waren die bekannten USB-Billiggeräte, die sich an jedes Netzteil mit zwei Ampere Abgabeleistung anschließen lassen. Es handelte sich um ein Gerät für zwei Akkus und um zwei Einzellader.

Die Kameraakkus: Auch für T2 und Pro2 habe ich mir wieder günstige Chinaakkus beschafft. Und auch dieses Mal haben sie weitgehend so funktioniert wie die Originale.

Zwei Kameras machen Sinn, wenn man mit mehr als einem Objektiv in der Wüste arbeiten will(Staub!) und weil man so schneller arbeiten kann. Zusätzlich ist die Ausfalllwahrscheinlichkeit des Systems so geringer. Gleiches gilt so auch für die Festplatten: Wenn man nur eine davon hat, kann das schnell zu einem Problem werden. Die USB- Sticks sind dazu derzeit zu teuer und zu langsam, wenn der Fokus auf Kapazität und Geschwindigkeit liegen soll.

Was das Telefon angeht: UMTS/HSPA gibt es in den USA kaum noch. Ein günstiges Gerät mit zwei SIM-Slots kann man daher in der Praxis nur noch zum Telefonieren gebrauchen. Ich habe als Ersatz ein Highend- Auslaufmodell von Sony, das auch in den USA mit LTE funktioniert und das in dieser Form in Deutschland nur als Grauimport zu haben ist. Was das Netz angeht, ist AT&T immer noch die erste Wahl.

Der Mietwagen: Die richtige Wahl

Wenn man die USA besucht, braucht man ein Auto. Die Auswahl ist groß, also was tun?

Man kann immer über irgendwelche Preis- oder Reisesuchmascheinen gehen und sich so einen eigenen Überblick verschaffen: Ich hatte vom Kleinwagen in Gestalt eines Kia Soul, der in den USA aber zu Mittelklasse gehört, weil Fahrzeugklassen in den USA über das Innenraumvolumen definiert werden, bis zu einem Jeep schon einges dabei. Im Allgemeinen reicht für zwei Personen schon der Kia, der aber wegen seines Verbrauchs nicht die erste Wahl ist(in USA ca. 7l/100 km). Dieses Mal sollte es ein Toyota Corolla werden, der als der sparsamste Nichthybrid auf dem US- Markt gilt und schon die Maße eines ausgewachsenen hiesigen Mittelklassewagens hat. Das wurde aber nichts: Das einzige vorhandene Fahrzeug dieses Typs hatte einen Reifendefekt und wurde umgetauscht. Mitgenommen habe ich dann einen Nissan Sentra, der im Verbrauch aber ähnlich liegt(ca. 6l/100 km). Diese Verbrauchsdaten sind für die Strecke. In der Stadt steigt der Verbrauch bei beiden Fahrzeugen vor allem im Raum Los Angeles schnell auf 8-9l bei ungünstiger Verkehrslage. Zudem ist der Tank beider Fahrzeuge ausreichend groß, so dass man nicht alle 200-250 Meilen nachfüllen muss. Selbst den kleinsten Jeep kann man über Land dagegen nur mit mindestens 8-9 Litern fahren, bei einem Verbrauch in der Stadt, der entsprechend höher ist. Fährt man wirklich „Hardcore“, also etwa 200-250 Meilen pro Tag oder 4500 Meilen in drei Wochen, stehen da etwa 450 Liter einem Verbrauch von 600-650 Litern gegenüber, wenn man das kleinste SUV mietet. Auf die ganze Tour macht das in Kalifornien immerhin rund 150-200 Dollar aus, je nach aktuellem Benzinpreis. Vom Umweltaspekt mal ganz abgesehen…

Der Flug

Mein Flug ging ab Hannover. Die Anfahrt habe ich einfach mit dem Auto erledigt und das gute Stück auf einem bewachten Parklplatz in Hannover abgestellt. Dieses Mal habe ich die Lufthansa mit Gegenwart und Geld beehrt und hatte einen Codeshare- Flug mit Swiss. Hin ging es mit Swiss über Zürich, wie auch schon beim letzten Mal und zurück über München mit der Lufthansa. Zu den Flügen kann man nicht viel sagen. Das war alles soweit in Ordnung; und die Sitze in der Holzklasse sind bequemer als gerne kolportiert wird. Die Lufthansa- Maschine war übrigens deutlich älter als die von der Swiss: Es handelte sich um einen Airbus A340-600, der um die 15 Jahre alt sein sollte. Eine Sache ist mir in Hannover noch ganz beiläufig aufgefallen: Ich war einer der Letzten beim Boarding, weil der Aufenthalt in München nur sehr kurz war. Ich musste mich also ein bisschen beeilen. Allerdings war mein Koffer in Hannover einer der ersten, die auf dem Baggage- Claim herumfuhren. Er war sogar schneller als sein Besitzer. Beim Zoll war alles problemlos. Ich hatte einfach nichts neues eingekauft, weil der Koffer wegen der in höheren Lagen notwendigen Winterkleidung schon fast voll gewesen ist. Also ging ich durch den grünen Ausgang.

Bei der Immigration in USA war alles problemlos wie immer: Zum ESTA-Automatenkasino, Pass einlegen, ein paar Fragen nochmals bestätigen und ab zur manuellen Kontrolle. Dort wird abgestempelt und das war es dann auch schon. Wie auch in Europa: Schengen- Reisende können die Passkontrolle auch an einer automatischen Schleuse vornehmen, was deutlich schneller geht. Der persönliche Kontakt fehlt da zwar ein bisschen, aber auch das geht ohne Probleme.

Lenovo- Notebooks

Ich hatte dieses Mal einen Lenovo- Notebook mit separatem USB- Netzteil und einem proprietären Ladekabel dabei. Wie ich ausgerechnet unterwegs herausfand, sind diese Kabel bruchanfällig. Ich bin trotzdem zurechtgekommen; aber die Wahrscheinlichkeit eines Totalversagens steigt natürlich mit jedem Tag, an dem man das Kabel wieder ein bisschen hinfummeln muss. Wer so ein Gerät hat, sollte also darüber nachdenken, Ersatz mitzunehmen, weil solche Dinge irgendwo in der Wüste nur sehr schwer zu bekommen sind und, wenn doch, eine Menge Geld kosten können. Als Reservekabel kann man sich auch etwas zum Billigpreis aus China beschaffen. Es muss primär nur die Reise überstehen.

Bei einigen anderen kann das aber so auch passieren. Das ist halt der Preis für die kompakte Steckdose.

Der Plan.

Diese Tour war anders als meine anderen. Ich wollte zuerst so vorgehen:

  1. Death Valley. Der Grund liegt darin, dass viele Leute da durchfahren, aber keiner wirklich anhält.
  2. Eastern Sierra: Verschoben auf das nächste Mal. Die Zeit reichte schlicht nicht. Einige wengie Bilder von der Durchreise gibt es aber trotzdem noch.
  3. Yosemite: Das ist der Ort, an dem man seine ganzen Ferien verbringen kann, ohne an gute Bilder zu kommen. Manchmal aber doch. Ich wollte einfach mal über den Tioga Pass und habe es dieses Jahr endlich hinbekommen. Aber noch keine Top- Bilder.
  4. San Simeon: Günstige Hotel nahe der Pazifikküste. Zwischenstation.
  5. Highway One: Auch den habe ich nochmal von Monterey bis Lompoc abgefahren, musste dann aber zu meinen Leuten nach Hemet, die auch noch auf dem Programm standen. Ein paar witzige und interessante Bildchen sind dort auch entstanden.
  6. Point Lobos: Bin mal wieder dagewesen. Auch dieses Mal war es sehr interessant. Vor allem war ich dort, um ein paar nicht so tolle Bilder neu zu machen. Einiges davon ist auch gelungen.
  7. Joshua Tree: Im letzten Jahr habe ich vier Tage dort verbracht; dieses Jahr nur zwei und trotzdem einige interessante Bilder.
  8. Anderes in Utah und Arizona wird auf der nächsten Tour besichtigt. Ich habe immer noch den Zion National Park auf der Liste und das Monument Valley habe ich auch noch nicht gesehen. Und dann gibt es in Wyoming und Montana auch noch den Yellowstone- Nationalpark, der fast noch schöner als Yosemite oder Point Lobos sein sollte. Ich überlege gerade, wie ich das in die nächste Tour integrieren kann.

Die erste Station wurde auf dieser Tour das Death Valley.

Mehr ist in Arbeit…

 

 

 

 

Gray Drama: ND- Filter

Gruppenbild. Links ein Cokin ND2- Verlaufsfilter und rechts ein Zomei ND1000

Wer Landschaften fotografiert, kommt irgendwann auf den Gedanken, dass es Sinn machen könnte, sich mit einigen ND- Filtern einzudecken. Man braucht in diesem Gebiet die längeren Verschlusszeiten öfter, als man sich das im Allgemeinen vorzustellen vermag. Ein Absenken der ISO ist nur begrenzt möglich; gleiches gilt für das Schließen der Blende. Ein Grund kann das Vermeiden des Einfrierens einer Bewegung sein (z.B. Wasser jeglicher Art). Ein weiterer die Betonung des Himmels und wiederum ein anderer Grund kann das Reduzieren von Kontrasten sein. Bei den letztgenannten Gründen sind wir aber schon bei den partiellen Graufiltern, die man ganz allgemein (Grau-) Verlaufsfilter nennt.

Im Studio verhält sich das ähnlich. Wer in erster Linie Produktfotos macht, hat andere Anforderungen an das Blitzsystem als jemand, der vor allem Portraits macht. Vor allem für die Leistung der Blitzanlage gilt das. Ein 500 WS- Kompaktblitz kann für Sachfotos unter Umständen gut ausreichen, wenn man das Ganze, wie mittlerweile üblich, mit einer Kleinbild- oder Mittelformatkamera macht. Wenn man mit dem selben Gerät ein Portrait aufnehmen will, kann das schon viel zu kräftig sein, wenn man noch ein bisschen mit der Schärfentiefe spielen will oder muss. Auch hier kommen solche Filter zum Einsatz.

Für meine Großbildkamera habe ich seit einigen Jahren ein Cokin- System in Gebrauch, das aus genau vier Filtern besteht: Je einen Rot- Gelb- Grün- und Orangefilter. Die Filter sind quadratisch mit 85 mm Kantenlänge und aus Kunststoff. Diese Filter passen gerade noch auf mein dickstes Objektiv für dieses Format, ein Symmar 5,6/300 mit einem 82mm- Filtergewinde. Wenn man die Bilder auf 70/100 vergrößert, fällt der Auflösungsverlust noch nicht ins Gewicht. Wir haben bis hierher, von einem Negativfomat von 9×12 cm ausgehend, immerhin auch nur etwa um den Faktor 8,33 vergrößert. Wenn man so einen Filter an eine Kleinbildkamera setzt, liegt der Faktor schon bei etwa 28 und bei einem APS-Sensor ergibt das schon eine knappe 42.

Die 85er Filter sind allerdings im Normalfall nur bis etwa 72mm Filterdurchmesser wirklich verwendbar, wenn man nicht mit wirklich extremen Weitwinkeln arbeitet. Deshalb funktioniert z.B. das 85er System auch noch am Symmar, das im 4×5″/9×12- Format als leichtes Telobjektiv dient. Bei den kürzeren Brennweiten dort sind die Filterdurchmesser deutlich kleiner: Das 150er Symmar für meine Zigarrenkiste hat z.B. nur einen Filterdurchmesser von 49 mm. An einer größeren Kamera ist das so vermutlich kaum noch nutzbar.

Gehe ich weiter und sehe, dass z.B. mein Fujinon XF 1:4/10-24 schon einen Filterdurchmesser von 72mm und eine kürzeste Brennweite von 15mm (in Kleinbild gerechnet) hat, muss der Filter deutlich größer werden. Sinnig erscheint als Minimum nur noch ein 100mm- System.

Das Fazit daraus ist, dass man eher konservativ denken und ein deutlich höherwertiges System anschaffen sollte oder, wie man das als Amateur eigentlich immer tut, Kompromisse eingehen muss. Kunststofffilter sind systembedingt kratzempfindlicher. Und wenn der Abbildungsmaßstab und daraus resultierend die Brennweiten kleiner werden und die daraus erwachsende Schärfentiefe zunimmt, können sich diese Kratzer negativ auf das Ergebnis auswirken. Zuerst im Kontrast durch Reflexionen, und wenn es mehr oder tiefere Kratzer werden, auch in der Auflösung des Bildes. Man sieht das erst nach einiger Zeit der Nutzung und, wenn der erste Kratzer drauf ist, auch nur im direkten Vergleich. Zudem halten diese Filter nicht so lange wie Glasfilter: Unter UV- Licht können sie mit der Zeit trüb werden. Trotzdem kann es sinnig sein, sich solche Filter anzuschaffen, wenn man sie als etwas sieht, das man „opfern“ will oder in Situationen arbeitet, in denen Glasfilter zu bruchanfällig oder zu teuer sind. Flugreisen können so ein Grund sein. Wobei man dieses Problem allerdings mit Hilfe der Transportverpackung lösen kann.

Glasfilter sind im Allgemeinen deutlich teurer als ihre Gegenstücke aus Kunststoff, wenn man sich die Mühe macht und ein bisschen nach Preisen sucht. Das gilt bei hochwertigen Filtern aber nicht immer. Lee- Filter, um ein Beispiel zu nennen, sind teurer als die günstigsten Glasfilter. Das System an sich erfreut sich aber eines sehr guten Rufs und richtet sich in erster Linie professionelle Fotografen. Andere wiederum, die auch Glasfilter im Programm haben, verkaufen sie deutlich teurer als ihre Gegenstücke aus Kunststoff. Bei Cokin z.B. kann man ein Kunststoffkit aus drei ND- Filtern mit 100mm Kantenlänge ab etwa 80 Euro plus Halter haben. Aus Glas kostet ein einziges Exemplar im Handel aber 150-180 Euros in der gleichen Größe. Die Zielgruppe ist eine andere: Kunststoff ist für Amateure gedacht und Glas für Pros. Ich habe also mit den günstigen Cokins angefangen, um an einem Punkt zu stehen, von dem man weitergehen kann.

Graufilter sind zudem häufig nicht farbneutral. Bei reinen Grauflitern kann man das meistens über den Weißablgleich korrigieren. In der Regel wird mit steigender Dichte ein mehr oder weniger deutlicher Magentastich sichtbar, der zumindest bei den „vollen“ Filtern sehr gut in der Nachbearbeitung korrigiert werden kann. Bei den graduellen Filtern gestaltet sich das mit zumehmender Dichte der Filter schwieriger, ist aber meistens bis 0,9(Drei Stufen Verlängerungsfaktor) noch vertretbar.

Die Qualität

…fängt schon bei den Haltern an. Ich habe zwei Modelle besorgt. Ein Exemplar von Cokin und eines von Zomei. Besser ist der Cokin. Beim Zomei neigen zumindest die Cokin- Filter dazu, sich zu verklemmen. Man kann die Filter in den Cokin- Halter definierter einsetzen, weil eigens dazu ein paar bewegliche Stifte am Halter vorhanden sind. Zudem ist der Cokin- Halter deutlich besser verarbeitet. Wer Geld sparen will, kann das bei den Gewindeadaptern tun. Deren Maße sind identisch. Man kann da auch zur Billigversion greifen. Wer mehr Geld ausgeben will, kann das tun. Die Filter passen auch zu Systemen von Formatt, Lee, NiSi und anderen Anbietern und sind damit untereinander austauschbar.

Über die Fertigungsqualität der Filter selbst kann ich bei beiden Herstellen nichts schlechtes sagen: Der ND 0.9 ist aus Kunststoff und von Cokin und die beiden anderen ND- Filter (1,8 und 3,0) sind aus Glas und kommen von Zomei. Relevant werden die Farbverschiebungen erst bei wirklich großen Dichten. Zumindest bei der Maßhaltigkeit ist das einfach: Es passt oder eben nicht.

Die Probleme liegen in erster Linie bei den Kameras: Wenn man den ND 3(also Verlängerungsfaktor 1000) benutzt, kann man sehr schnell an Belichtungszeiten im Minutenbereich kommen. Das führt nicht nur zu Farbverschiebungen, sondern bei Belichtungszeiten über etwa einer Minute auch zu Rauschen auf dem Kamerasensor in einem Ausmaß, das zumindest bei CCD- Sensoren wie dem der Pentax 645D, mit der ich die ersten Testbilder gemacht habe, kaum noch unter Kontrolle zu bekommen ist. Im Klartext: Man muss sich zumindest bei dieser Kamera ein bisschen einschränken, was das angeht.

Zudem funktioniert bei so langen Belichtungen der eingebaute Belichtungsmesser und damit die Belichtungsautomatik der Kamera nicht mehr. Man muss also selbst rechnen und zudem zumindest beim ND3 noch einen Zuschlag von etwa einer halben bis einer Blende geben, um an halbwegs korrekt belichtete Bilder zu kommen.

Genug geredet

…und Butter bei die Fische. Die ersten Experimente bestätigen das oben Gesagte: Wenn die Dichte des Filters zunimmt, entsteht ein Magenta- Farbstich. Auf der anderen Seite scheint zumindest die Nikon D800, für die das Kit primär gedacht ist(An den Fujis habe ich das noch nicht testen können) den Farbstich über den (automatischen) Weißabgleich sauber auszukorrigieren.

Probiert habe ich es mal mit ein paar HDRs und mal wieder mit einigen Bildern von der Oker bei Goslar, unterhalb der Okertalsperre. Die derzeitige Dürre führt allerdings nicht zu großem Wasserfluss, so dass ich hier nur etwas mit weniger Wasser zeigen kann.

Mit den HDRs geht es los.

Das Originalmotiv. Nikon D800.

Man kann sehr schön sehen, dass das Bild eigentlich sterbenslangweilig ist und ungleichmäßg belichtet erscheint. Hier ist das so gewollt. Was also tun?

Man nehme also den 1000er und den graduellen 8er Filter und belichte das erste Bild äußerst knapp, so dass die Sonne gerade keine Zeichnung mehr hat; sprich, dass die Lampe gerade „ausgefressen“ erscheint. Dann startet man mit einer ganzen Belichtungsreihe, bis die hier grauen Wolken erst schwarz und am „langen Ende“ weiß erscheinen.

Das erste Ergebnis ist das hier:

Das erste HDR. Zusammengesetzt aus fünf Aufnahmen.

Das zweite sieht so aus:

Das zweite HDR: Das ganz dunkle Bild wurde weggelassen und ein fast weißes hinzugefügt.

Was man nun zeigt, ist Geschmackssache. Klar ist aber, dass die Belichtungszeit mit dem 1000er Filter schon bei über einer Minute lag und dass damit auch das Gras und damit eigentlich das gesamte Bild unscharf werden. Die Bilder sind auch nicht dazu gedacht, irgendeinen künstlerischen Wert zu erzeugen, sondern dienen hier nur der Sichtbarmachung dessen, was hier besprochen wird.

Die Oker unterhalb der Talsperre. 15 Sek. bei Blende 16 und ISO 200. Mit einem alten Nikkor 4/80-200.

Das Bild oben ist mit dem ND64 von Zomei entstanden. Aus meiner Sicht sind die Farben sehr neutral und Auflösungsverluste lassen sich hier auch in der 100%- Ansicht nicht identifizieren.

Auch die Oker. 15 Sek. bei Blende 16. ISO 200. Mit einem alten Nikkor 3,5-4,5/35-105. Auch mit dem ND64- Filter.

Zur Technik: Die Kamera war eine Nikon D800. Die Objektivdaten stehen jeweils unter den Bildern. Alles von einem kompakten Reisestativ aus Carbon, wie es bei so langen Zeiten eben üblich ist. Bearbeitet wurden die Bilder in Photoshop Elements 13.

 

 

Auch mal anders: Altglas an Nikon D800

Teil der „Beute“: Die D800 mit dem 4/25-50

Dem Forschungsdrange und meinem Interesse an maximaler Qualität bei möglichst geringem Gewicht ist mal wieder eine neue Idee entsprungen.

Ich plane für diesen Herbst wieder eine Tour in die USA, die mich sowohl nach Yosemite als auch in das immer noch nicht vertiefte Death Valley führen soll. Die Pentax 645D erwies sich 2017 als Hilfsmittel für meinen nach einem Unfall noch steifen linken Arm als sehr hilfreich. Die Qualität des Geräts ist nach wie vor toll, aber das Ganze ist auch ziemlich schwer. Ich hatte 9 Kg im Rucksack. 8 davon wog die Kamera mit drei Objektiven.

Das Fuji- Gerät ist ebenfalls toll; aber es erscheint mir bei meinen mittlerweile sehr abgehobenen Qualitätsvorstellungen doch schon als die Untergrenze(Dabei ist das Zeug  eigentlich exzellent!), weil es mir mittlerweile zu wenige Pixel sind. Mittelformat macht halt süchtig.

Die Suche nach einem Digitalrückteil mit vielen Pixeln und einer Großbildkamera fällt flach: Das ist einfach zu teuer. Schon, weil man nicht nur die Kamera braucht, sondern auch Objektive, die die ausgerufenen 60-80 Megapixel auch auflösen können.

Der beste Kompromiss schien mit daher eine Nikon D800 zu sein. So weit. So schön. So gesucht.

Bis ich dann mal Glück hatte und eine fand. Mit einem zusätzlichen Batteriepack, etwa 50.000 Auslösungen auf dem Buckel(also nicht zu alt!) und drei Akkus sowie einer 32GB-CF-Karte drin. Dazu noch zu einem guten Preis.

Das Problem ist bekanntlich nicht der Sensor; der ist ohne Zweifel gut. Auch mit den 36 MP und trotz des technologischen Alters der Kamera. Die Schwierigkeit liegt eher bei den Objektiven, wie sich schon mal bei meiner seligen Canon 5D2 gezeigt hat. Die Nikon ist da natürlich noch verschärfter unterwegs, weil die lineare Auflösung der Optiken noch einmal um den Faktor 1,41 größer sein muss, wenn sich die Anzahl der Pixel auf dem Sensor verdoppelt. Hier ist es zwar nicht ganz so viel, aber wenn man bedenkt, dass auch teures Glas gewisse Probleme hat, wird deutlich, worum es geht. Man kann es auch anders ausdrücken: Wer zu schlecht kauft, produziert in erster Linie mehr Datenmüll, aber nicht zwangsläufg auch mehr Auflösung.

Ich bin also den Weg gegangen, den man am besten geht, wenn man günstig an Qualität kommen will und der von der Pentax 645D schon bekannt ist: Man suche nach Altglas, das zudem hochwertig ist.

Alte Nikon-AI- Objektive ab Baujahr 1977 sind an der Kamera problemlos mit Zeitautomatik verwendbar; noch älteres kann man eventuell noch umrüsten lassen, wobei diese Phase aber vorbei sein dürfte. Was zu tun ist, ist Sucharbeit.

Meine gedachte Ausrüstung sollte etwa so aussehen:

  • Irgendwas im Normalbereich von 28 oder 35 bis etwa 105 mm.
  • Dazu ein Telezoom im Bereich von etwa 80-200 mm.
  • Und ein Weitwinkel ab etwa 24mm, das auch ein Zoom sein kann.
  • …und natürlich die Kamera.
  • Zu guter Letzt: Weil es Altglas ist, sollte das Glas nicht mehr als etwa 300 Euro kosten.

Das wurde die Jagdbeute von einem sattsam bekannten Versteigerer:

  • Ein AIS- Nikkor 1:3,5-4,5/35-105mm in Quasi- Neuzustand.
  • Ein etwas schrundig aussehendes AIS 1:4/80-200. Dafür war es sehr billig und mechanisch in Ordnung.
  • Und zu guter Letzt ein gut erhaltenes 1:4/25-50, an dem noch ein ebenfalls gut erhaltener Nikkormat FT-3 hing. Dem Nikkormaten nach sollte es ein AI aus den 1970ern sein, das zudem sehr selten ist und zudem für relativ hohe Preise angeboten wird. Auch hier konnte ich vergleichsweise günstig einkaufen.

Gruppenbild mit Deckeln. Man achte auf das Schraubmodell links, das zum 25-50 gehört.

Anderen Webseiten zur Folge sollte das zusammengekaufte Zeug die qualitative Königsklasse darstellen. Nikon- Objektive wurden demnach in früheren Zeiten sehr auf Schärfe gezüchtet, was dem Sensor der D800 entgegenkommen sollte.

Ein weiterer Vorteil liegt in den eher kleinen Filterdurchmessern, was die Anschaffung zusätzlich günstiger macht und zudem erlaubt, mit einem kleineren Filtersystem von Cokin auszukommen. Die Rede ist hier vom 85mm- System. Ich habe das mit meinen Großbildkisten im Gebrauch und muss das eigentlich nur mit einem Satz Verlaufsfilter ergänzen und mir passende Graufliter anschaffen. Zudem lagert hier ja schon einiges im Fuji- Koffer, das man auch dafür hernehmen kann. In diesem Fall ist auch das einfach: Man braucht 52-, 62- und 72mm- Filter oder passende Adapter zum Cokin- System.

Auf der Negativseite muss man auch vermerken, dass die Handhabung von Pol- und Verlaufsfiltern nicht ganz so einfach ist, weil die Filtergewinde sich bei alten Zooms in aller Regel beim Fokussieren mitdrehen. Aber bei dem Preis muss man eine Konzession machen.

Was die Kompatibilität angeht, sollte mit den AIS- Gläsern auch die Blenden- und Programmautomatik nutzbar sein und mit dem AI-Glas nur die Zeitautomatik. Mir genügt das.

Gehen wir mal ein bisschen ins Detail

Was den tatsächlichen Zustand der Objektive angeht, habe ich anscheinend ein bisschen Glück gehabt. Im Normalfall haben ältere Schiebezoom- Nikkore die Eigenschaft, dass sich die Brennweite verstellt, wenn man den Zoomring nach vorn schiebt und das Objektiv um mehr als etwa 45° neigt. Das konnte ich so nicht feststellen. Ein 4,5/80-200 aus den 1970ern, das sich vor Jahrzehnten mal in meinem Besitz befand und hervorragend war, hatte diese Eigenschaft noch. Ein gutes Exemplar dieses Objektivtyps aufzutreiben, erwies sich allerdings als so gut wie unmöglich. Eigentlich wäre das mein Favorit gewesen.

Also gilt hier: Die beiden Schiebezooms machen in der Beziehung keine Probleme und erzeugen bei Benutzung nur die normalen Geräusche.

Was die Blendenringe angeht: Beim 25-50 und dem 35-105 sind sie leichtgängig; beim 80-200 ist er ein bisschen hakelig.

Der Rest ist wie schon erwähnt: Das 35-105 ist in der Tat neuwertig; das 25-50 würde ich als „leicht gebraucht“ bezeichnen und das 80-200 wurde offensichtlich schon sehr stark genutzt.

Was man aber im Hinterkopf behalten sollte, ist der Umstand, dass das Telezoom damals eher eine Profilinse war und aus den frühen 1980er Jahren stammt. Mit anderen Worten: Das gute Stück ist auch schon 35 Jahre alt.

Das 25-50 wurde vergleichsweise kaum genutzt. Es dürfte aus der ersten AI-Generation sein, die 1977 eingeführt wurde und dementsprechend rund 41-42 Jahre alt sein und ist damit das älteste im Trio.

Ähnlich lagert sich das beim 35-105. Dieser Brennweitenbereich ist heute sehr verbreitet, war aber zur Bauzeit(frühe 1980er Jahre) dank einiger Billigproduzenten sehr verrufen. Die Zielgruppe waren typische Amateure, die nach etwas Universellem suchen. Das mit der guten Auflösung dieser Gläser von Nikon ist eher eine Entdeckung der heutigen Zeit. Der Zustand war entsprechend: Wahrscheinlich wurden nur wenige Filme damit belichtet und dann verschwand es aus irgendeinem Grund in irgendeinem Schrank. Im Klartext: Es ist praktisch neuwertig.

Mehr weiß ich allerdings erst nach dem ersten Einsatz der Objektive.

 

 

 

 

Die 645D und der Zweifach- Konverter- Test

Auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, die Brennweiten meiner Objektive zu verlängern und gleichzeitig nicht zu viel Mehrgewicht mit mir herumzuschleppen, habe ich mal über die Lösung „Telekonverter“ nachgedacht und mit so ein Teil zugelegt. Es geht hierbei immer wieder um die Handgepäcktauglichkeit(Gewicht), die bei solchen Kameras ohnehin schon eingeschränkt ist.

Das Gute daran war, dass ich ihn für sehr wenig Geld und eine geringe Zollgebühr aus Kanada schicken lassen konnte: Gekauft, bezahlt und nach einer Woche kam der Paketbote mit dem Teil bei mir vorbei.

Das Schlechte daran ist, dass man mit diesem Konverter geschätzte 50% seiner linearen Auflösung verliert. Rechnet man das auf den Sensor um, heißt das, dass von den knappen 40 MP der 645D nur noch rund 25%, also etwa 10 MP zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch, dass man größere Abzüge als etwa 50/60 eigentlich vergessen kann. Dann wird das für das geübte Auge bereits deutlich sichtbar.

Hier mal drei Bildchen:

Birke bei Peine. Ohne Konverter. Mit dem 45-85, Blende 10 bei 1/100stel Sek., ISO 400.

100%iger Crop aus dem obigen Bild.

Hier ein Ausschnitt mit dem Zweifach- Konverter. 100%- Crop.

…Der Crop dazu. Mit Konverter. Blende 22 bei 1/13tel Sek.

Die letzte Aufnahme war übrigens die schärfste, das ich aus diesem Konverter herausholen konnte: Nur verhalten abgeblendet, Stativ, Kabelauslöser, Spiegelvorauslösung, ziemlich windstill und Sonnenschein.

Ganz genau kann man das hier nicht darstellen und wissenschaftliche Gültigkeit besitzt dieser Versuch aufgrund der Herangehensweise auch nicht. Aber man kann schon mal deutlich sehen, wo das Problem liegt.

Angetestet hatte ich das Teil eigentlich schon auf meiner diesjährigen Tour in die USA; allerdings war ich aufgrund des mitgenommenen Carbonstatives nicht sicher, ob das Staiv wackelt oder der Konverter wirklich derartig große Leistungsverluste verursacht.

Meiner Ansicht nach verschlimmbessert dieser Konverter die wirklich guten Pentax- Optiken in einem Ausmaß, dass ich nicht einmal als Amateur wirklich bereit gewesen wäre, das so zu akzeptieren, wenn ich das Teil neu gekauft hätte. Habe ich aber nicht.

Am Ende zeigt sich auch hier wieder, dass man eigentlich nicht mit den Konvertern arbeiten sollte. Hier macht das nicht einmal als Notfalllösung wirklich Sinn. Wenn man allerdings auf Film schießt, kann das wiederum anders aussehen, vor allem, wenn man mit eher grobkörnigem Material arbeitet und das auch noch in Rodinal entwickelt.

Es ist also immer noch wie weiland zu Analogzeiten: Wer Qualität und Tele will, muss schleppen. Ich habe am Ende nach einiger Sucherei ein gebrauchtes manuelles 4/300 von jemanden erworben, der auf Autofokus steht und Geld brauchte.

Nicht ausprobiert habe ich allerdings den 1,4-fachen, der dem Vernehmen nach besser sein soll. Da habe ich nur sehr bescheidene Erfahrungen aus Analogzeiten, während derer ich kurzzeitig einen Sigma- Konverter an einem Nikon- Telezoom benutzt hatte.

 

 

 

Valley of Fire 2017

Auch dieses Mal zog es mich auf dem Rückweg vom Bryce Canyon wieder zum Valley of Fire bei Las Vegas. In der Hoffnung, neue Bilder zu finden und vor allem Vergessenes und Übersehenes nachzuholen und andere Bilder ein bisschen besser zu machen.

Das Valley of Fire. Übersicht.

Dieses Mal ging es auch darum, ein bisschen Schwarzweiß zu machen und mal zu sehen, wie das mit der Pentax 645D so aussieht. Hier gleich mal der erste:

Felsen in SW.

Und zum Vergleich der Bildwirkung das selbe in Grün und natürlich farbig:

Der selbe Felsen in Farbe. Natürlich nicht in Grün, sondern in Rot/Blau.

Ob die gefühlte Wüstenhitze so oder so besser herauskommt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man SW zu können glaubt, kann das auch so aussehen, wie dieser Kopf hier, der bei einem Erdbeben sicher nicht mehr an der alten Stelle zu finden sein wird:

Katzenschädel. Mit einem bisschen Phantasie zumindest.

Was mir immer wieder, auch schon bei den Altvorderen, aufgefallen ist, ist der eigentlich sehr geringe Kontrast zwischen Himmel und Motivteilen mittlerer Helligkeit. Vor allem in der Mittagszeit ist das so. Andererseits hat man an einigen Stellen dort auch nur um diese Zeit überhaupt Licht und damit Kontrast, was auch nicht zu unterschätzen ist.

Hauptstraße. Ohne Autos um die Mittagszeit ist das ein seltenes Motiv.

Das Stativ konnte dieses Mal meistens im Auto bleiben, weil es hell genug für kleine Blenden und kurze Verschlusszeiten bei ISO 200-400 gewesen ist.

Noch mehr Felsen.

Das obige Bild ist vor zwei Jahren schon mal in ähnlicher Form entstanden. Aber es gibt noch mehr, das ich ähnlich schon mal gemacht  habe. Nur sind es hier im Original wesentlich mehr Pixel und damit auch mehr Auflösung.

Der Fire Canyon.

Der Fire Canyon sieht übrigens tiefer aus, als er in der Realität ist. Ich würde den Höhenunterschied vom Aussichtspunkt bis auf den Grund vielleicht auf fünf Meter schätzen. Hier noch mal ein anderer Vergleich:

Ein anderer Felsen. Hier in Farbe.

…und das Gegenstück in Schwarzweiß.

Übrigens ist es auch sehr interessant, die Reaktionen der Amis auf Mitmenschen mit dicken Kameras zu beobachten. Ich hatte dieses Mal die Pentax 645D dabei, weil mein linker Ellenbogen nach einem Arbeitsunfall operiert wurde und das Ganze für die Fujis noch zu steif gewesen ist: Ich bin schlicht und einfach nicht mit der linken Hand bis ans Objektiv gekommen und konnte sie daher einfach nicht halten, vor allem nicht mit einem Teleobjektiv.

Auch in der Wüste wächst zuweilen etwas.

Das letzte Bild zeigt nur, dass es auch in den trockensten Gegenden Vegetation gibt. Es war Anfang Mai und die Temperatur dort lag bei 38°C im Schatten. Meiner Meinung nach war es viel zu zu heiß, um großartig herumzuwandern. Als Norddeutscher ist man solche Temperaturen einfach nicht gewohnt und man muss daher ein bisschen vorsichtig sein.

Zur Technik: Hier mit einer Pentax 645D und dem FS 4,5/45-85 und dem FA 4,5/80-160. Aufgenommen als DNG. Verkleinert und ein bisschen nachgearbeitet in Lightroom 6.

 

Worauf man bei einer Hotelbuchung so achten sollte

Eine Hotelbuchung kann auch mal verwirrend sein. Fujifilm X-T2 mit 2,8-4/18-55, Blende 2,8 bei 1/174stel Sek. ISO 400. Einfache Mehrfachbelichtung, gecroppt.

…wenn man Bilder machen will

Wenn man in einschlägigen Foren unterwegs ist, stellt man gelegentlich fest, dass viele Leute es nicht so mit der Stromversorgung haben und Dinge wie einen leeren Akku als Gesetzmäßigkeit abtun. Aus meiner Sicht ist das aber keine Gesetzmäßigkeit, sondern eher etwas, das manche Leute einfach nicht konsequent zu Ende denken. Auch hier gilt: Das ist allzu menschlich und es passiert einfach. Dabei ist das recht einfach, wenn man ein paar Dinge brücksichtigt. Mindestens einen Ersatzakku nicht nur zu haben, sondern auch voll geladen zu halten, ist die einfachste Übung. Wenn man aber auf Tour ist und das Hobby ausschweifend betreiben will, komme noch einige weitere Faktoren dazu. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass auch die größte Powerbank irgendwann mal leerfotografiert ist, falls man überhaupt daran gedacht hat, die Stromversorgung der Kamera zu sichern. Bekanntermaßen ist nichts peinlicher als eine wegen falscher Sparsamkeit unausgegorene Stromversorgung, die dazu führt, dass man keine Bilder machen kann. In frühreren Zeiten war das einfach: Wollte man zwei Filme verfotografieren, hat man vier eingepackt.

Dass der Computer ein Laptop sein muss, sollte klar sein. Aber mir fielen noch einige Dinge auf, vor allem in älteren und dadurch preisgünstigen Häusern. Hier mal eine USA-spezifische Liste:

  • Die Steckdosen sind in älteren Häusern manchmal nicht geerdet. Dann kann man den manchmal vorhandenen Mikrowellenofen abstecken und dessen Steckdose nutzen.
  • Der Workaround liegt darin, nur Geräte mitzunehmen, die nicht geerdet sein müssen. Also nur Geräte mit Euro- Flachstecker und zweipolige Adapter.
  • Beim Laptopkauf muss das dediziert beachtet werden. Ist ein Schukostecker am Netzteil, muss das tolle Gerät im Laden bleiben.
  • Wenn man die Adapter hat, kann man sich auch ein längeres Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdose besorgen. Aber: Nicht überlasten! Mit einem Laptop, zwei Ladegeräten für die Kameraakkus und einem für das Smartphone ist man meistens noch auf der sicheren Seite. Es wichtig zu wissen, dass man Euro-Flachstecker- Mehrfachsteckdosen mit Verlängerungskabel nur ohne VDE-Zeichen bekommen kann. Deren Betrieb ist in Deutschland nicht zulässig. Man sollte sich daran halten und sie, wie schon gesagt, auch im Ausland nicht überlasten.
  • Die Ladegeräte für die Kamera kann und sollte man durch USB- Ladeschalen ersetzen. Diese wiederum kann man auch im Auto nutzen, wenn man an einen entsprechenden Gerätestecker gedacht hat.
  • Wer mit ausreichend Weisheit beschlagen ist, beschafft sich zu den Ladeschalen einen USB-Lader mit drei bis fünf Anschlüssen und etwa 2 Ampere Leistung je Anschluss. Dann können alle anderen Ladegeräte zu Hause bleiben. Man hat so einfach weniger Gepäck.
  • Bei der Belastung der Kabel daran denken, dass man nur die halbe Wattleistung zur Verfügung hat: Man legt 110 V zugrunde, multipliziert das mit den maximal bei solchen Kabeln möglichen 2,5 Ampere und kommt auf 275 Watt, die das Konstrukt als Maximum vertragen kann. Wie oben erwähnt, das genannte Kit aus Laptop, zwei Batterieladern und einem für das Telefon endet bei etwa 90-200W, je nach Nutzungsart. Kommt der Fön dazu, gibt es Feuer!

Man sollte schon bei der Online- Buchung schon darauf achten, dass ausreichend Steckdosen vorhanden sind. Auf den Bildern der Hotelzimmer kann man meistens schon erkennen, wo welche zu finden sind. Will man sich die Haare unbedingt elektrisch trocknen, sollte man das nur an der Steckdose im Bad tun. Und an einen separaten und geerdeten Adapter mit Schuko- Anschluss denken. Gleiches gilt natürlich, wenn das Ladegerät für den Laptop entgegen meinen Empfehlungen einen Schukostecker hat. Dann sollte man „alles in Schuko machen“, weil es logistisch einfacher ist.

Eine weitere noch nicht erwähnte Möglichkeit ist auch, sich im nächsten Supermarkt mit einem US-Verlängerungskabel einzudecken. Die gibt es in der zweiadrigen Variante für Stromstärken bis 13 Ampere. Aber auch hier gilt, dass man, sobald irgendwas mit einem Eurostecker ins Spiel kommt, ab dem Eurostecker nicht über die oben genannten 275 Watt gehen sollte. Sinnvoll ist das allerdings nur, wenn man öfters in die USA fliegt. Diese Kabel haben meistens drei Ausgänge, so dass man sich mit billigen Eurostecker- Adaptern aus dem Versandhandel behelfen kann. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass meistens nur Längen bis 15′, also etwa 4,5 Meter, wirklich in den Supermärkten zu haben sind. Als sinnvoller haben sich allerdings mindestens 7,5 Meter erwiesen.

Man sollte auch das hier beachten: Wenn man die komplette Stromversorgung auf „USA“ umstellt, wie ich es vorhatte, kann das beim Zoll zu Problemen führen, wenn man am grünen Ausgang kontrolliert wird. Diese Probleme kann man mit den Adaptern vermeiden, weil dann offensichtlich ist, dass die Sachen in der EU gekauft wurden.

Woher das Ganze kommt, sollte klar sein: Ich war jetzt das dritte Mal mit Digitalzeug in den USA unterwegs und habe meine Erfahrungen gemacht und ausgewertet. In Europa ist das anders: Die Schukosteckdosen sind häufig anzutreffen; in Frankreich braucht man eigentlich keinen Adapter, wenn der Stecker der Mehrfachsteckdose eine Bohrung im Schutzkontakt hat; bis Norditalien und in Polen sind sie auch verbreitet; die Niederländer nutzen sie auch und die Flachstecker passen fast überall. Immer adaptieren muss man in Großbritannien, in Dänemark(Flachstecker passen aber) und der Schweiz.

 

 

Die Fujifilm X-T2

Eine altbekannte Perspektive: Die Fujifilm X-T2 mit dem XF 2,8/14

Nun habe ich auch eine, eine Fujifilm X-T2. Gebraucht erworben, weil eine Neue als Zweitgerät eigentlich nicht lohnend ist und weil man sie aus zweiter Hand relativ günstig haben kann. Ein bisschen teurer als eine T20 war sie zwar, aber dafür bietet sie eben auch ein paar Gehäusedichtungen und einen zweiten Speicherplatz für die SD- Karten.

Mein Exemplar hatte bei Kauf rund 4800 Auslösungen hinter sich, ist also noch recht neu und ansonsten eine stinknormale T2 und nichts anderes. Immerhin kam mit der Kamera noch ein For-Free-Fremd- Ersatzuakku als kostenloses Gratisgeschenk für umsonst(Man muss das wirklich betonen). Aber schön, was da ist, ist da…

Die Kaufgründe

Wie alle, habe auch ich meine kleinen Ausreden, um mir eine solche Kamera anzuschaffen.

  • Mit dem Handgriff kann man bis zu 11 Bildern/Sek. aufnehmen.
  • Beide Speicherkartenschächte sind UHSII-fähig.
  • Schnellerer AF.
  • Der Schwenkmonitor hat sich bei einer anderen Kamera mal als hilfreich erwiesen und ist bei der X-T2 robust genug.
  • Preis: Etwas billiger als eine Pro2
  • Die Gehäusedichtungen machen sie spritzwasserfest.
  • Gebraucht ist der Preisabstand zu einer T20 eher gering. Man greift dann eher zu der robusteren Lösung.
  • Der Bildzähler der Kamera kann ausgelesen werden, wenn man sich die richtige Software beschafft. Und die ausgelesenen Zahlen sind korrekt.

Der Bildzähler kann mit dem aktuellen Exiftool ausgelesen werden. Auch das sollte man wissen. Für mich ist das ein kleineres Extra, weil ich mit dieser Kamera etwa weitere 7000 Bilder machen werde. Für potenzielle Käufer ist das ein guter Schutz vor einem zu teuren Kauf. Der Verkäufer meiner Kamera erwies sich in dieser Hinsicht als ehrlich.

Mein erster Eindruck

Nun, der war, wegen eines Bedienfehlers meinerseits, denkbar schlecht. Der Vorbesitzer hat sie mit einigen Effekten benutzt und ich hatte das beim ersten Testlauf in Berlin nicht bemerkt, weil ich im Hinterkopf davon ausgehe, dass man Effekte erst auf dem Computer hinzufügt. Entsprechend genügten die allerersten Bilder natürlich nicht meinen Vorstellungen. Zudem war diese Kamera noch mit der ursprünglichen Firmware versehen, Version 1.0. Momentan sind wir bei 2.1, die ich dann eben auch mal draufgespielt habe. Das scheint aber auch kein neues Phänomen zu sein. Die Pentax 645D, die ich als Sonderangebot neu erwarb, war auch mit der ersten Firmware- Version ausgestattet und bekam erst einmal ein Update. Und die war zum Zeitpunkt meines Kaufs schon über vier Jahre im Markt. Das alles ist aber normal. Manche Leute brauchen die Updates schlicht nicht oder sie haben einfach Angst um ihre Garantie.

Der kosmetische Zustand der Kamera ist als neu zu bezeichnen(das wird er wohl trotz pfleglichen Umgangs durch mich nicht mehr allzu lange sein…). Insofern kann man hier auch ein paar Rückschlüsse über die Verarbeitungsqualität der Kamera ziehen. Die ist gut, besser sogar als bei der X-Pro2, wie ich finde.

Auch hier sieht man den guten Zustand der Kamera. Neuer als neuwertig…

Der Autofokus ist aus meiner Sicht nicht schneller als der der X-Pro2; allerdings kann man die Kamera mit dem Batteriegriff noch ein bisschen boosten. Ich traue dem AF nach einem Testlauf bei Funzellicht in meiner Dachkammer je nach Anwendung und Objektiv konservativ geschätzte etwa vier scharfe Bilder pro Sekunde zu. Zumindest mit dem 2,8-4/18-55 sollte das so sein. Das habe ich dafür benutzt. In einem Entfernungsbereich von etwa 2,5 bis drei Metern, damit das nicht zu leicht für die Kamera wird. Im Kameramenü kann man das einstellen, indem man die langsamere Einstellung für Reihenaufnahmen auf diese Bildfrequenz einstellt.

In der Bedienung gibt es einige Unterschiede, die ich erst herausfinden musste. So habe ich, Knöpfe in der Mitte anderer Knöpfe nur als Entriegelung beim Draufdrücken kennend, zuerst einmal nicht realisiert, dass man auch bei der ISO- Einstellung zuerst entriegelt, dann verstellt und dann wieder verriegelt. Gleiches gilt auch für die Verschlusszeiteneinstellung. Das sind Kleinigkeiten, aber man muss bei den ersten zwei bis drei Verstellungen daran denken. Ansonsten ist es fast wie bei der X-Pro2. Man findet alles wieder und einiges ist dank Wahlschaltern auch leichter zu erreichen als bei der X-Pro2.

Das Bedienfeld. Schön klassisch.

Wer genau hinsieht, kann die kleinen Wahlschalter unter dem Zeiten- und dem ISO-Rad deutlich erkennen:

Die Kehrseite mit benutzem und unvermeidbar nasenfetthaltigem Monitor.

So lassen sich die Aufnahmegeschwindigkeiten nicht mehr nur per Funktionstaste einstellen, sondern mit einem richtigen Schalter. Gleiches gilt auch für die Belichtungsmessung, die immerhin vier verschiedene Modi anzubieten hat, inkl. der mittlerweile obligatorischen Spotmessung. Manchmal gilt halt: Konservativ rulez…

Der erste Ausflug

Wie öfters, bin ich mit der Kamera mal wieder im Harz gewesen, um sie anzutesten. Dieses Mal waren es Rübeland und mal wieder das Okertal.

Oker. Mit dem 55-200, Blende 9 bei 1/15tel Sek. mit Stabilisator. ISO 400.

Das von mir schon mit mehreren Kameras aufgenommene Bild oben wurde nur in SW gewandelt und ein bisschen nachgeschärft. Ich habe die meisten Bilder in SW konvertiert, weil so schneller augenfällig wird, wie tolerant das ganze System gegenüber Fehlbelichtungen ist. Das kann man in diesem Fall sehr schön an den Lichtern, hier in Gestalt des fließenden Wassers, erkennen. Im Original ist noch Zeichnung. Und die Schatten sind auch nicht zu dunkel.

Wald im Okertal. Mit dem XF 2,8-4/18-55, Blende 10 bei 1/105tel Sek., ISO 400

Auch bei diesem Bild wird das eben gesagte deutlich. Hier sind die Spitzlichter in den Wolken zu finden und man könnte noch ein bisschen mehr Zeichnung oder Dramatik hineinbringen, wenn man das entsprechend nacharbeitet.

Auch aus dem Okertal. Auch das XF 2,8-4/18-55. Blende 10 bei 1/55stel Sek., ISO 400.

Dieses Bild wurde in Lightroom nachgearbeitet, um nicht zu vergessen, wie man gute SW- Qualität erzeugen kann. Auch hier ist übrigens genügend Zeichnung in den Lichtern.

Rübeland. Blende 13 bei 1/220stel Sek., ISO 400. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200.

Auch diese Bild wurde ein bisschen nachgeschärft. Aber wie bei allen anderen auch, durfte der Dreibeiner dieses Mal im Auto bleiben.

Rübeland in Grün. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/60stel Sek. ISO 400

Besonders wichtig und oft heikel sind Haut- und Grüntöne. Grün konnte Fuji eigentlich schon immer, wenn man mal an die Filmschachteln von denen denkt. Auch hier ist das schön fruchtig und saftig, wie es sein soll.

Noch ein Waldstück bei Rübeland. mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/75stel Sek. ISO 400.

Die Bildqualität

…ist zumindest bei den ersten Versuchen wie bei der X-Pro2. Man hat weder bei den RAWs noch bei den JPEGs Grund zur Klage. Allerdings zeigt sich, dass das 18-55 und das 55-200 allmählich an ihre qualitativen Grenzen zu kommen scheinen. Das ist aber bei Zoomobjektiven normal und bei einigen anderen Anbietern immer noch wesentlich schlechter. Bisher stimmt sie allerdings noch. Gut wird das bis zu geschätzten 800 ISO. Danach fällt die Qualität deutlich sichtbar ab, bleibt aber bis 6400 ISO durchaus auch bei höheren Ansprüchen noch verwendbar. Für eine APS-C-Kamera ist das eigentlich sehr gut. Das sollte man auch sehen. Und die allermeisten Konkurrenten sind eher schlechter.

Die Geschwindigkeit

Vor allem die Datenspeicherung sollte mit den richtigen SD-Karten in den Schächten deutlich schneller vonstatten gehen als bisher mit den UHS1- Modellen wie der X-E2 und der X-Pro1. UHS-II ist deulich schneller und man merkt das. Vor allem bei der Speicherung der RAW-Daten ist man damit sehr im Vorteil, wenn es um Speed geht.

Deshalb hier mal wieder eine Empfehlung: Eine neue Kamera braucht neue Speicherkarten. Die in der X-E2 und der X-Pro1 von mir verwendeten Karten sind nur halb so schnell und damit für ausdauernde Serienaufnahmen nicht so gut geeignet wie neuere Modelle. Ich verschenke meine gebrauchten Karten grundsätzlich an den nächsten Nutzer, wenn ich die Kamera verkaufe.

Das wesentliche Upgrade zur X-Pro2 ist die Möglichkeit, in beiden Schächten auch UHS2-Karten wirklich nutzen zu können. Bei der X-Pro2 geht das nur im ersten Kartenschacht. Für das Ablegen der RAWs auf der ersten Karte und der JPEGs auf der zweiten ist das ausreichend. Aber man hat auch nur diese Möglichkeit, wenn es mit dieser Kamera mal schneller gehen soll und man die JPEGs sofort haben will. Nimmt man ausschließlich in RAW auf, wird die X-Pro2 bei Serienaufnahmen langsamer, wenn die erste Karte voll ist. Auf der anderen Seite finden rund 1200 Bilder im komprimierten RAW-Format Platz auf einer 32GB- Karte. Und diese 1200 Bilder wollen erst einmal gemacht sein.

Video

Video geht mit der X-T2 auch in 4K. Das allerdings nur bis 29,97 Frames im Vollbildmodus. Normales Full HD geht auch mit höheren Frequenzen. Ich habe das aber nicht in aller Tiefe überprüft, weil das bei mir nicht der gedachte Verwendungszweck der Kamera ist und mir geeignete Software für die Videobearbeitung fehlt. Wenn ich Filme drehen würde, hätte ich wahrscheinlich geeigneteres, z.B. eine Blackmagic Cinema oder einfach einen besseren Camcorder. Schon der robusteren Mikrofonanschlüsse und des besseren Tones willen. Ich gehe für jetzt nach einem kurzen Testlauf davon aus, dass zumindest die reine Aufnahmequalität soweit stimmt. Den AF habe ich nicht in diese Richtung angetestet. Nur der Vollständigkeit halber: Das Aufnahmeformat ist anscheinend Quicktime. Man kann es zumindest mit dem Media Player 12 abspielen.

Ein erstes Fazit

Auf meinem ersten Ausflug damit habe ich schon mal festgestellt, dass man sehr gut damit arbeiten kann. Wenn man sich die etwas speziellen Ein- und Ausschalter auf dem ISO- und dem Zeitenrad einmal verinnerlicht hat, kommt man sehr gut damit klar.

Geändert hat sich auch hier die Größe der Bedienknöpfe. Man hat endlich mal an Leute gedacht, die im Winter Handschuhe tragen und diese Rädchen schön griffig ausgeführt. Zudem sieht die Kamera so noch ein bisschen robuster aus. Sehr begrüßenswert.

 

Bryce Canyon

Das Amphitheater.

Wer A sagt, muss auch Bryce sagen. Wie in allen Orten, an denen ich gewesen bin, war die Hotelübernachtung am Bryce Cayon recht teuer. Also zog es mich dieses Mal zur Übernachtung nach Panguitch, einem netten kleinen Städtchen unweit vom Bryce Canyon. Fahrtdauer rund eine halbe Stunde. Das war während dieser Tour neben der Fahrt zum Point Lobos(20 Minuten ab Seaside) die schnellste Verbindung.

Amphitheater die Zweite.

Wer vom Grand Canyon dorthin will, dem sei entweder der Highway 89 nahegelegt oder eine Strecke durch den Grand Canyon, wenn man schon mal den Annual Pass hat. Die ginge von Williams über den Highway 64, dann durch den Canyon und dann erst auf die 89. Die Schwäche sollte auch klar sein: Die Strecke ist länger und man braucht ein bisschen Zeit dafür, weil man dann doch mal anhält, um die Aussicht zu genießen.

Amphitheater die Dritte.

Geschichtlich sieht es laut Wikipedia so aus, dass der Park um 1850 zum ersten Mal besiedelt wurde. Benannt wurde er nach Ebenezer Bryce, der sich um 1875 dort ansiedelte und dort am Bau einer Straße und eines Bewässerungssystems beteiligt war.

Arch.

Der Park selbst wurde 1923 zum National Monument erklärt und ist seit 1928 Nationalpark. Der dortige Scenic Drive ist ab 1931 entstanden.

Auch hier hatte ich nur einen Tag und daher den Fokus auf die Übersichten. Anderes ist so schnell halt nicht machbar.

Andere Ansicht.

Wie man auch sehr schön sehen kann, liegt dort oben an einigen Stellen noch Schnee. Die Schmelze lag in den letzten Zügen, was für Anfang Mai dort nicht ungewöhnlich ist.

Eine andere Übersicht.

Die deutlich erkennbaren Wolken sehen zu meiner Überraschung sehr photoshopmäßig aus. Ich hann aber versichern, dass sie so im Bild waren, wie man das hier sehen kann.

Noch was mit Wolken, in SW.

Fernsicht.

Mit dem Wetter hatte ich am Bryce Canyon ein bisschen mehr Glück. Die Sonne schien und es war klar, was eher selten vorzukommen scheint.

Hoodoos.

Hoodoos werden sie genannt, die Felstürme, die man überall dort sehen kann, vor allem die im Amphitheater am Inspiration Point, wo auch die ersten drei Bilder entstanden sind. Man sagt diesen Felstürmen nach, dass sie auch heute noch durch Regen und ablaufendes Schmelzwasser fleißig vor sich hin erodieren. Sie ändern also immer noch ihr Aussehen und ihre Form, auch wenn es vermutlich Hunderte von Jahren dauern dürfte, bis diese Veränderungen wirklich erkennbar werden.

Zur Technik: Wie alles auf diesem Trip Pentax 645D mit dem 45-85 oder dem 80-160. Aufgenommen als DNG und gewandelt entweder in Lightroom oder in Photoshop Elements 13(jaja, ich weiß, dass sich mal updaten sollte!). ISO eigentlich immer bei 200, damit auch wirklich viele Details erhalten bleiben. Es ist halt noch ein CCD-Sensor.