Worauf man bei einer Hotelbuchung so achten sollte

Eine Hotelbuchung kann auch mal verwirrend sein. Fujifilm X-T2 mit 2,8-4/18-55, Blende 2,8 bei 1/174stel Sek. ISO 400. Einfache Mehrfachbelichtung, gecroppt.

…wenn man Bilder machen will

Wenn man in einschlägigen Foren unterwegs ist, stellt man gelegentlich fest, dass viele Leute es nicht so mit der Stromversorgung haben und Dinge wie einen leeren Akku als Gesetzmäßigkeit abtun. Aus meiner Sicht ist das aber keine Gesetzmäßigkeit, sondern eher etwas, das manche Leute einfach nicht konsequent zu Ende denken. Auch hier gilt: Das ist allzu menschlich und es passiert einfach. Dabei ist das recht einfach, wenn man ein paar Dinge brücksichtigt. Mindestens einen Ersatzakku nicht nur zu haben, sondern auch voll geladen zu halten, ist die einfachste Übung. Wenn man aber auf Tour ist und das Hobby ausschweifend betreiben will, komme noch einige weitere Faktoren dazu. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass auch die größte Powerbank irgendwann mal leerfotografiert ist, falls man überhaupt daran gedacht hat, die Stromversorgung der Kamera zu sichern. Bekanntermaßen ist nichts peinlicher als eine wegen falscher Sparsamkeit unausgegorene Stromversorgung, die dazu führt, dass man keine Bilder machen kann. In frühreren Zeiten war das einfach: Wollte man zwei Filme verfotografieren, hat man vier eingepackt.

Dass der Computer ein Laptop sein muss, sollte klar sein. Aber mir fielen noch einige Dinge auf, vor allem in älteren und dadurch preisgünstigen Häusern. Hier mal eine USA-spezifische Liste:

  • Die Steckdosen sind in älteren Häusern manchmal nicht geerdet. Dann kann man den manchmal vorhandenen Mikrowellenofen abstecken und dessen Steckdose nutzen.
  • Der Workaround liegt darin, nur Geräte mitzunehmen, die nicht geerdet sein müssen. Also nur Geräte mit Euro- Flachstecker und zweipolige Adapter.
  • Beim Laptopkauf muss das dediziert beachtet werden. Ist ein Schukostecker am Netzteil, muss das tolle Gerät im Laden bleiben.
  • Wenn man die Adapter hat, kann man sich auch ein längeres Verlängerungskabel mit Mehrfachsteckdose besorgen. Aber: Nicht überlasten! Mit einem Laptop, zwei Ladegeräten für die Kameraakkus und einem für das Smartphone ist man meistens noch auf der sicheren Seite. Es wichtig zu wissen, dass man Euro-Flachstecker- Mehrfachsteckdosen mit Verlängerungskabel nur ohne VDE-Zeichen bekommen kann. Deren Betrieb ist in Deutschland nicht zulässig. Man sollte sich daran halten und sie, wie schon gesagt, auch im Ausland nicht überlasten.
  • Die Ladegeräte für die Kamera kann und sollte man durch USB- Ladeschalen ersetzen. Diese wiederum kann man auch im Auto nutzen, wenn man an einen entsprechenden Gerätestecker gedacht hat.
  • Wer mit ausreichend Weisheit beschlagen ist, beschafft sich zu den Ladeschalen einen USB-Lader mit drei bis fünf Anschlüssen und etwa 2 Ampere Leistung je Anschluss. Dann können alle anderen Ladegeräte zu Hause bleiben. Man hat so einfach weniger Gepäck.
  • Bei der Belastung der Kabel daran denken, dass man nur die halbe Wattleistung zur Verfügung hat: Man legt 110 V zugrunde, multipliziert das mit den maximal bei solchen Kabeln möglichen 2,5 Ampere und kommt auf 275 Watt, die das Konstrukt als Maximum vertragen kann. Wie oben erwähnt, das genannte Kit aus Laptop, zwei Batterieladern und einem für das Telefon endet bei etwa 90-200W, je nach Nutzungsart. Kommt der Fön dazu, gibt es Feuer!

Man sollte schon bei der Online- Buchung schon darauf achten, dass ausreichend Steckdosen vorhanden sind. Auf den Bildern der Hotelzimmer kann man meistens schon erkennen, wo welche zu finden sind. Will man sich die Haare unbedingt elektrisch trocknen, sollte man das nur an der Steckdose im Bad tun. Und an einen separaten und geerdeten Adapter mit Schuko- Anschluss denken. Gleiches gilt natürlich, wenn das Ladegerät für den Laptop entgegen meinen Empfehlungen einen Schukostecker hat. Dann sollte man „alles in Schuko machen“, weil es logistisch einfacher ist.

Eine weitere noch nicht erwähnte Möglichkeit ist auch, sich im nächsten Supermarkt mit einem US-Verlängerungskabel einzudecken. Die gibt es in der zweiadrigen Variante für Stromstärken bis 13 Ampere. Aber auch hier gilt, dass man, sobald irgendwas mit einem Eurostecker ins Spiel kommt, ab dem Eurostecker nicht über die oben genannten 275 Watt gehen sollte. Sinnvoll ist das allerdings nur, wenn man öfters in die USA fliegt. Diese Kabel haben meistens drei Ausgänge, so dass man sich mit billigen Eurostecker- Adaptern aus dem Versandhandel behelfen kann. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass meistens nur Längen bis 15′, also etwa 4,5 Meter, wirklich in den Supermärkten zu haben sind. Als sinnvoller haben sich allerdings mindestens 7,5 Meter erwiesen.

Man sollte auch das hier beachten: Wenn man die komplette Stromversorgung auf „USA“ umstellt, wie ich es vorhatte, kann das beim Zoll zu Problemen führen, wenn man am grünen Ausgang kontrolliert wird. Diese Probleme kann man mit den Adaptern vermeiden, weil dann offensichtlich ist, dass die Sachen in der EU gekauft wurden.

Woher das Ganze kommt, sollte klar sein: Ich war jetzt das zweite Mal mit Digitalzeug in den USA unterwegs und habe meine Erfahrungen gemacht und ausgewertet. In Europa ist das einfacher: Die Schukosteckdosen sind häufig anzutreffen; in Frankreich braucht man eigentlich keinen Adapter, wenn der Stecker der Mehrfachsteckdoe eine Bohrung im Schutzkontakt hat; bis Norditalien und in Polen sind sie auch verbreitet; die Niederländer nutzen sie auch und die Flachstecker passen fast überall. Immer adaptieren muss man in Großbritannien, in Dänemark(Flachstecker passen aber) und der Schweiz.

 

 

Die Fujifilm X-T2

Eine altbekannde Perspektive: DIe Fujifilm X-T2 mit dem XF 2,8/14

Nun habe ich auch eine, eine Fujifilm X-T2. Gebraucht erworben, weil eine Neue als Zweitgerät eigentlich nicht lohnend ist und weil man sie aus zweiter Hand relativ günstig haben kann. Ein bisschen teurer als eine T20 war sie zwar, aber dafür bietet sie eben auch ein paar Gehäusedichtungen und einen zweiten Speicherplatz für die SD- Karten.

Mein Exemplar hatte bei Kauf rund 4800 Auslösungen hinter sich, ist also noch recht neu und ansonsten eine stinknormale T2 und nichts anderes. Immerhin kam mit der Kamera noch ein For-Free-Fremd- Ersatzuakku als kostenloses Gratisgeschenk für umsonst(Man muss das wirklich betonen). Aber schön, was da ist, ist da…

Die Kaufgründe

Wie alle, habe auch ich meine kleinen Ausreden, um mir eine solche Kamera anzuschaffen.

  • Mit dem Handgriff kann man bis zu 11 Bildern/Sek. aufnehmen.
  • Beide Speicherkartenschächte sind UHSII-fähig.
  • Schnellerer AF.
  • Der Schwenkmonitor hat sich bei einer anderen Kamera mal als hilfreich erwiesen und ist bei der X-T2 robust genug.
  • Preis: Etwas billiger als eine Pro2
  • Die Gehäusedichtungen machen sie spritzwasserfest.
  • Gebraucht ist der Preisabstand zu einer T20 eher gering. Man greift dann eher zu der robusteren Lösung.
  • Der Bildzähler der Kamera kann ausgelesen werden, wenn man sich die richtige Software beschafft. Und die ausgelesenen Zahlen sind korrekt.

Der Bildzähler kann mit dem aktuellen Exiftool ausgelesen werden. Auch das sollte man wissen. Für mich ist das ein kleineres Extra, weil ich mit dieser Kamera etwa weitere 7000 Bilder machen werde. Für potenzielle Käufer ist das ein guter Schutz vor einem zu teuren Kauf. Der Verkäufer meiner Kamera erwies sich in dieser Hinsicht als ehrlich.

Mein erster Eindruck

Nun, der war wgen eines Bedienfehlers meinerseits, denkbar schlecht. Der Vorbesitzer hat sie mit einigen Effekten benutzt und ich hatte das beim ersten Testlauf in Berlin nicht bemerkt, weil ich im Hinterkopf davon ausgehe, dass man Effekte erst auf dem Computer hinzufügt. Entsprechend genügten die allerersten Bilder natürlich nicht meinen Vorstellungen. Zudem war diese Kamera noch mit der ursprünglichen Firmware versehen, Version 1.0. Momentan sind wir bei 2.1, die ich dann eben auch mal draufgespielt habe. Das scheint aber auch kein neues Phänomen zu sein. Die Pentax 645D, die ich als Sonderangebot neu erwarb, war auch mit der ersten Firmware- Version ausgestattet und bekam erst einmal ein Update. Und die war zum Zeitpunkt meines Kaufs schon über vier Jahre im Markt. Das alles ist aber normal. Manche Leute brauchen die Updates schlicht nicht oder sie haben einfach Angst um ihre Garantie.

Der kosmetische Zustand der Kamera ist als neu zu bezeichnen(das wird er wohl trotz pfleglichen Umgangs durch mich nicht mehr allzu lange sein…). Insofern kann man hier auch ein paar Rückschlüsse über die Verarbeitungsqualität der Kamera ziehen. Die ist gut, besser sogar als bei der X-Pro2, wie ich finde.

Auch hier seht man den giten Zustand der Kamera. Neuer als neuwertig…

Der Autofokus ist aus meiner Sicht nicht schneller als der der X-Pro2; allerdings kann man die Kamera mit dem Batteriegriff noch ein bisschen boosten. Ich traue dem AF nach einem Testlauf bei Funzellicht in meiner Dachkammer je nach Anwendung und Objektiv konservativ geschätzte etwa vier scharfe Bilder pro Sekunde zu. Zumindest mit dem 2,8-4/18-55 sollte das so sein. Das habe ich dafür benutzt. In einem Entfernungsbereich von etwa 2,5 bis drei Metern, damit das nicht zu leicht für die Kamera wird. Im Kameramenü kann man das einstellen, indem man die langsamere Einstellung für Reihenaufnahmen auf diese Bildfrequenz einstellt.

In der Bedienung gibt es einige Unterschiede, die ich erst herausfinden musste. So habe ich, Knöpfe in der Mitte anderer Knöpfe nur als Entriegelung beim Draufdrücken kennend, zuerst einmal nicht realisiert, dass man auch bei der ISO- Einstellung zuerst entriegelt, dann verstellt und dann wieder verriegelt. Gleiches gilt auch für die Verschlusszeiteneinstellung. Das sind Kleinigkeiten, aber man muss bei den ersten zwei bis drei Verstellungen daran denken. Ansonsten ist es fast wie bei der X-Pro2. Man findet alles wieder und einiges ist dank Wahlschaltern auch leichter zu erreichen als bei der X-Pro2.

Das Bedienfeld. Schön klassisch.

Wer genau hinsieht, kann die kleinen Wahlschalter unter dem Zeiten- und dem ISO-Rad deutlich erkennen:

Die Kehrseite mit benutzem und unvermeidbar nasenfetthaltigem Monitor.

So lassen sich die Aufnahmegeschwindigkeiten nicht mehr nur per Funktionstaste einstellen, sondern mit einem richtigen Schalter. Gleiches gilt auch für die Belichtungsmessung, die immerhin vier verschiedene Modi anzubieten hat, inkl. der mittlerweile obligatorischen Spotmessung. Manchmal gilt halt: Konservativ rulez…

Der erste Ausflug

Wie öfters, bin ich mit der Kamera mal wieder im Harz gewesen, um sie anzutesten. Dieses Mal waren es Rübeland und mal wieder das Okertal.

Oker. Mit dem 55-200, Blende 9 bei 1/15tel Sek. mit Stabilisator. ISO 400.

Das von mir schon mit mehreren Kameras aufgenommene Bild oben wurde nur in SW gewandelt und ein bisschen nachgeschärft. Ich habe die meisten Bilder in SW konvertiert, weil so schneller augenfällig wird, wie tolerant das ganze System gegenüber Fehlbelichtungen ist. Das kann man in diesem Fall sehr schön an den Lichtern, hier in Gestalt des fließenden Wassers, erkennen. Im Original ist noch Zeichnung. Und die Schatten sind auch nicht zu dunkel.

Wald im Okertal. Mit dem XF 2,8-4/18-55, Blende 10 bei 1/105tel Sek., ISO 400

Auch bei diesem Bild wird das eben gesagte deutlich. Hier sind die Spitzlichter in den Wolken zu finden und man könnte noch ein bisschen mehr Zeichnung oder Dramatik hineinbringen, wenn man das entsprechend nacharbeitet.

Auch aus dem Okertal. Auch das XF 2,8-4/18-55. Blende 10 bei 1/55stel Sek., ISO 400.

Dieses Bild wurde in Lightroom nachgearbeitet, um nicht zu vergessen, wie man gute SW- Qualität erzeugen kann. Auch hier ist übrigens genügend Zeichnung in den Lichtern.

Rübeland. Blende 13 bei 1/220stel Sek., ISO 400. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200.

Auch diese Bild wurde ein bisschen nachgeschärft. Aber wie bei allen anderen auch, durfte der Dreibeiner dieses Mal im Auto bleiben.

Rübeland in Grün. Mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/60stel Sek. ISO 400

Besonders wichtig und oft heikel sind Haut- und Grüntöne. Grün konnte Fuji eigentlich schon immer, wenn man mal an die Filmschachteln von denen denkt. Auch hier ist das schön fruchtig und saftig, wie es sein soll.

Noch ein Waldstück bei Rübeland. mit dem XF 3,5-4,8/55-200. Blende 11 bei 1/75stel Sek. ISO 400.

Die Bildqualität

…ist zumindest bei den ersten Versuchen wie bei der X-Pro2. Man hat weder bei den RAWs noch bei den JPEGs Grund zur Klage. Allerdings zeigt sich, dass das 18-55 und das 55-200 allmählich an ihre qualitativen Grenzen zu kommen scheinen. Das ist aber bei Zoomobjektiven normal und bei einigen anderen Anbietern immer noch wesentlich schlechter. Bisher stimmt sie allerdings noch. Gut wird das bis zu geschätzten 800 ISO. Danach fällt die Qualität deutlich sichtbar ab, bleibt aber bis 6400 ISO durchaus auch bei höheren Ansprüchen noch verwendbar. Für eine APS-C-Kamera ist das eigentlich sehr gut. Das sollte man auch sehen. Und die allermeisten Konkurrenten sind eher schlechter.

Die Geschwindigkeit

Vor allem die Datenspeicherung sollte mit den richtigen SD-Karten in den Schächten deutlich schneller vonstatten gehen als bisher mit den UHS1- Modellen wie der X-E2 und der X-Pro1. UHS-II ist deulich schneller und man merkt das. Vor allem bei der Speicherung der RAW-Daten ist man damit sehr im Vorteil, wenn es um Speed geht.

Deshalb hier mal wieder meine Empfehlung: Eine neue Kamera braucht neue Speicherkarten. Die in der X-E2 und der X-Pro1 von mit verwendeten Karten sind nur halb so schnell und damit für ausdauernde Serienaufnahmen nicht so gut geeignet wie neuere Modelle. Ich verschenke meine gebrauchten Karten grundsätzlich an den nächsten Nutzer, wenn ich die Kamera verkaufe.

Das wesentliche Upgrade zur X-Pro2 ist die Möglichkeit, in beiden Schächten auch UHS2-Karten wirklich nutzen zu können. Bei der X-Pro2 geht das nur im ersten Kartenschacht. Für das Ablegen der RAWs auf der ersten Karte und der JPEGs auf der zweiten ist das ausreichend. Aber man hat auch nur diese Möglichkeit, wenn es mit dieser Kamera mal schneller gehen soll und man die JPEGs sofort haben will. Nimmt man ausschließlich in RAW auf, wird die X-Pro2 bei Serienaufnahmen langsamer, wenn die erste Karte voll ist. Auf der anderen Seite finden rund 1200 Bilder im komprimierten RAW-Format Platz auf einer 32GB- Karte. Und diese 1200 Bilder wollen erst einmal gemacht sein.

Video

Video geht mit der X-T2 auch in 4K. Das allerdings nur bis 29,97 Frames im Vollbildmodus. Normales Full HD geht auch mit höheren Frequenzen. Ich habe das aber nicht in aller Tiefe überprüft, weil das bei mir nicht der gedachte Verwendungszweck der Kamera ist und mir geeignete Software für die Videobearbeitung fehlt. Wenn ich Filme drehen würde, hätte ich wahrscheinlich geeigneteres, z.B. eine Blackmagic Cinema oder einfach einen besseren Camcorder. Schon der robusteren Mikrofonanschlüsse und des besseren Tones willen. Ich gehe für jetzt nach einem kurzen Testlauf davon aus, dass zumindest die reine Aufnahmequalität soweit stimmt. Den AF habe ich nicht in diese Richtung angetestet. Nur der Vollständigkeit halber: Das Aufnahmeformat ist anscheinend Quicktime. Man kann es zumindest mit dem Media Player 12 abspielen.

Ein erstes Fazit

Auf meinem ersten Ausflug damit habe ich schon mal festgestellt, dass man sehr gut damit arbeiten kann. Wenn man sich die etwas speziellen Ein- und Ausschalter auf dem ISO- und dem Zeitenrad einmal verinnerlicht hat, kommt man sehr gut damit klar.

Geändert hat sich auch hier die Größe der Bedienknöpfe. Man hat endlich mal an Leute gedacht, die im Winter Handschuhe tragen und diese Rädchen schön griffig ausgeführt. Zudem sieht die Kamera so noch ein bisschen robuster aus. Sehr begrüßenswert.

 

Gorges du Verdon

Auch lohnend: Die Gegend um die Verdonschlucht.

Wer nicht genug von Fotos aus bergigen Regionen kriegen kann, sollte auch mal eine Woche rings um die Verdonschlucht verbringen und ein bisschen in der Gegend um Castellane Ferien machen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Die Gegend ist gut mit dem Auto zu erreichen; etwa 12-13 Stunden Fahrt mit dem Auto ab Peine.
  • Man kann mit einem bisschen Suche auch heute noch sehr preiswert unterkommen, wenn man sich die Mühe macht, ein bisschen früher und außerhalb der Saison zu buchen.
  • Die Region ist relativ übersichtlich.
  • Die Küche ist in der Gegend gut und nicht billig, aber preiswert.

Felsen. In SW…

Diese Überlegungen sollte man anstellen:

  • Im Sommer ist es in der Provence oft sehr heiß. Im Juli können das schnell mal 40°C werden.
  • Wenn man campt, kann es sinnvoll sein, sich Dosenfutter mitzubringen. Lebensmittel sind in Gegenden mit vielen Campingplätzen recht teuer.
  • Im Sommer dampft die Gegend zuerst regelrecht und dann reicht ein Funke für einen kapitalen Waldbrand. Auch das sollte man bedenken.
  • Zumindest auf den Hinweg ist es sinnvoll, unterwegs eine Zwischenübernachtung einzulegen. Das Fahren durch die Alpen und ihre Serpentinen verlangt Konzentration. Auf dem Rückweg kommen zuerst die Serpentinen und dann die Autobahnen. Man kann so mit ausreichend Pausen durchfahren.

Am billigsten ist es übrigens, auf einem dem Campingplätze im Umfeld der Schlucht ein Mobilheim zu mieten. Wenn man mit mehreren Leuten reist, kostet das richtig wenig, verglichen mit einem Hotel. Komfortabler als ein Hotel ist es nicht, aber man kann sich sowohl selbst versorgen als auch Essen gehen. Einige Plätze haben auch Restaurants und einen Frühstücksservice im Angebot.

Die Anreise

Am besten ist es eigentlich, wenn man die Route A2/7/5 bis Freiburg fährt und dann den Weg durch die Schweiz nimmt. Bei den Autobahngebühren macht das allerdings nur einen kleinen Unterschied aus. Tanken sollte man in Deutschland in Freiburg. Mit einem nicht zu großen Diesel reicht das dann in der Regel sicher bis Castellane. Es ist in Frankreich auch nicht mehr so, dass gerast wird, wie noch vor etwa 20 Jahren, wie ich beobachten konnte.

Was man dabei haben sollte

  • Obligatorisch ist natürlich die Kamera.
  • Ich hatte das 18-55, das 55-200, das 14, 23, 35 und das 56 in der Tasche. Im Grunde ist das dieselbe Kombi, die auch mit in die USA geflogen ist. Die Kameras waren die X-Pro1 und die E2.
  • Auch bei der Stromversorgung gilt immer noch die Regel, dass ein Akku mehr besser ist als zwei zuwenig.
  • Steckdosenadapter braucht man nicht. Unsere Schukostecker sind so gemacht, dass sie auch in französische Steckdosen passen. Die EU macht’s möglich.
  • Sinnig ist es, sich für das Smartphone eine Europaflat zu beschaffen. Das kann separat sein oder im eigenen Handyvertrag inbegriffen.
  • Hier hatte ich bereits auf den schnelleren Rechner umgestellt. Der Laptop war hier schon ein i5-2540, der sich als ausreichend schnell erwiesen hatte.
  • Stativ nicht vergessen und
  • …an Polfilter denken.

Durch die hohen Temperaturen ist es schwierig, sich durch den Dunst zu filtern. Man kommt im Hochsommer, als ich dort war, nur morgens und sehr spät abends an halbwegs klare Landschaftsbilder. Auch das sollte man bedenken.

Baumwurzel.

Bei Aufnahmen solcher Details wie der obigen Baumwurzel ist das natürlich nicht relevant, aber beim nächsten Bild schon.

Schlucht.

Im Hintergrund sieht man, wovon die Rede ist. Das Bild ist sehr stark nachgearbeitet, um einerseits etwas Dunst drinzulassen und andererseits ein klares Bild zu haben.

Eine klare Fernsicht.

Die Wolken allein können schon sehr interessant sein. Man muss das eben auch sehen und bis zu Abend warten.

Fernsicht.

Das Licht ist in Frankreich sehr schön. Was Van Gogh dereinst in Arles gesehen hat, mag man sich nicht vorstellen. Für mich geht es diesen Sommer noch auf einen Kurzausflug dort hin.

Auch hier gilt das mal über Point Lobos Gesagte, auf das man manche Stadtmenschen immer wieder hinweisen muss:

  • Niemals im Freien rauchen! Besonders Stadtmenschen müssen immer wieder darauf hingewiesen werden, weil die oft noch nie einen Waldbrand erlebt haben; ich aber seit meiner Kindheit schon des öfteren. In Gegenden wie dieser ist die Waldbrandgefahr nochmals deutlich höher als in Deutschland in der Lüneburger Heide oder anderen trockenen Gegenden!
  • Wie in Deutschland: Wanderer bleiben auf den Wegen. Für Detailaufnahmen gibt es Teleobjektive. Auch das ist eine Binsenweisheit, die aber in bergigen Gegenden  lebenserhaltend sein kann.
  • Keinen Abfall liegen lassen. Wenn man eine Glasflasche zerstört hat, was vorkommen kann, auch den letzen Splitter wieder einsammeln und das Ganze im Hotel entsorgen, wie allen anderen Abfall auch. Mit Plastik passiert das z.B. nicht.
  • Immer umsichtig handeln und freundlich zu denen anderen sein.
  • Vorsichtig fahren. Einen Motorradunfall durfte ich „bewundern“. Das war kein schönes Bild.
  • Wie immer: Genug Wasser im Rucksack mitnehmen.

Wurzel.

Castellane

Castellane ist eine der kleinen Städte dort, in der es eine Anzahl guter und preiwerter Campingplätze mit Mobilheimen gibt. Übernachten kann man aber auch im Umfeld. Seranon ist z.B. relativ preiswert und die dortige Feier am Nationalfeiertag eine Art regionale Großveranstaltung. Der Ort selbst ist mit rund 1600 Einwohnern eher klein. Zum Einkaufen kann man entweder nach Grasse fahren oder sich in Dingne-Les-Bains eindecken. Wenn man dann schon in Grasse ist, ist auch ein kleiner Ausflug nach Cannes drin, das nur etwa 20 km davon entfernt ist.

Noch ein Felsen in der Verdonschlucht.

Grasse wiederum ist für Parfumfans interessant. In der Gegegend wird bekanntermaßen Lavendel im großen Stil angebaut, der von der dortigen Industrie verarbeitet wird. Cannes dagegen bietet Dinge wie Jachten im Hafen gucken und ein bisschen beachen. Wer darauf steht, für den lohnt das. Ich habe mir Cannes angesehen und werde nicht wieder hinfahren…

Andere Sicht auf die Schlucht

Wer nicht denken will, nimmt ein Bild:

Der Fluss, der hier nicht zu sehen ist.

…und macht mit dem nächsten weiter:

Noch eine andere Ansicht.

Wenn man schon mal dabei ist:

Sensation of weitere Ansicht.

Noch eine Ansicht. Immer noch pralle Farben…

Noch ein Felsen.

Struktur einer Baumwurzel.

Gemacht wurde alle Bilder in der Gegend um die Verdonschlucht und Castellane. Genutzt wurde das oben genannte Equipment. Ansonsten das Übliche: Polfilter auf den Gläsern und Nachbearbeitung in Lightroom und Photoshop. Entstanden sind die Bilder in 2015. Es war halt keine Zeit und ein bisschen was braucht man auch als Reserve.

Mein nächster Frankreichausflug wird mich zu den Rencontres in Arles führen, die ich mir nach langer Zeit mal wieder anzusehen gedenke. Die Ausstellungen dort sind für Interessierte bekanntlich sehr lohnend.

 

Fujis X-Pro2 kurz und knackig

Die X-Pro2. Etwa 30 Auslösungen alt, mit einem 2,8-4/18-55

Das ist sie jetzt, die X-Pro2. Ich habe sie bisher nur kurz angetestet. Meine war übrigens wirklich brandneu.

Es wurde schon seit zwei Jahren kolportiert und spekuliert, wann sie denn nun kommt, die neue Top-Fuji. Dann ging alles Mögliche durch den Äther namens Internet. Hier mal ein paar dieser Dinge, die nicht eingetreten sind:

  • Vollfomat- aka Kleinbildsensor.
  • APS-H-Sensor, ein Sensor, dessen Größe zwischen dem APS-C- und dem Kleinbildformat liegt.
  • Entsprechend passende neue Objektive.
  • Dann: Die vorhandenen Linsen funktionieren auch mit Kleinbildsensoren.
  • Erscheinungsdatum Anfang 2014, dann Anfang -15, dann Herbst -15.
  • HD in 4K.

Das macht aber alles nichts. Es handelt sich nur um Wunschvorstellengen. 4K HD braucht derzeit noch niemand wirklich. Noch dazu, wo selbst HDTV sich zwar durchgesetzt hat, aber immer noch nicht bei allen Sendern ohne Extrakosten zu empfangen ist. Das hat insgesamt rund 10 Jahre gedauert und die jetzige Technik muss sich auch erst einmal amortisieren. Entsprechend kann man durchaus noch einige Jahre warten, bis es HD überhaupt in 4K gibt. Zumindest im Fernsehen. Das Kino ist eine andere Sache.

Ergo: Die Gerüchteseiten nähren nur die Neugierde, durch die Werbung den Betreiber und durch die Gerüchte bleiben die Leser am Ball, was auch dem Hersteller der Kamera dienen kann. Man muss das so sehen: Je früher ein Gerät in seinem Entwicklungsstadium ist, desto weniger soll der Wettbewerb darüber erfahren. Wichtig ist das vor allem, damit neue Ideen nicht geklaut und abgewandelt werden. Später, wenn das Gerät kurz vor der Produktionsreife ist, kann das auch so aussehen: Der Kunde kann es kaum erwarten, Neues von etwas zu hören. Dann kann man dort durchaus Informationsfetzen lancieren, was die Neugierde potenzieller Käufer zusätzlich anreizt und zu stärkerem Interesse führt. In der Autoindustrie sorgt man in diesem Stadium einfach dafür, dass die Erlkönigjäger etwas Interessantes vor die Kamera bekommen. Offiziell wird das niemand zugeben, aber eine gewisse Methode ist dahinter zu vermuten, wenn von neuen Automodellen mit schöner Regelmäßigkeit einige Monate vor Erscheinen irgendwo Bilder davon auftauchen; bevorzugt in der Boulevardpresse und auflagenstarken Autozeitschriften.

Zurück zur X-Pro2. Angekündigt war sie für Mitte Februar 2016. Der ersten Kameras waren in Deutschland um den 24-26. Februar herum im Handel. Ich habe meine Kamera am 29. abgeholt; der Anruf meines Hauslieferanten kam am 26. Das heißt, dass die Fujianer ihren Zeitplan diesmal einhalten konnten. Man sollte immerhin im Kopf behalten, dass die Geräte auch erst einmal nach Deutschland transportiert werden müssen und von hier aus noch auf den Weg zum Händler gebracht werden müssen. Dann kommen noch ein paar Tage Laufzeit für Pakete etc. dazu und schon ist es zwölf Tage später.

Im Klartext: Die Lieferzeit ist diesmal kein Grund zur Unzufriedenheit.

Die Kamera selbst

Mein erster Eindruck ähnelt dem, den ich bei der Pro1 hatte. Die Verarbeitung ist gut. Es gibt nur wenig zu meckern, das man aber auf hohem Niveau ansiedeln kann. Ich hätte allerdings die Bedienknöpfe neben dem Monitor gerne wieder an der linken Seite gebabt; wegen des Nasenfetts auf dem Monitor. Mein Organ dient immerhin auch als Co-Stütze, um die Kamera ein bisschen ruhiger zu halten.

Die ISO-Einstellung im Zeitenknopf ist ein guter Gedanke für Leute, die Wert auf konstante Bildqualität lagen: Vor allem Dinge wie das immer vorhandene(wenn auch geringe) Bildrauschen sind so konstant und damit per Stapelverarbeitung korrigierbar. Manche Leute empfinden die Bedienung dadurch als schwieriger, aber es hat durchaus seine Vorteile, so vorzugehen.

Was ist anders?

Die Kehrseiten. Hier werden die Unterschiede schon sichtbar. Links ist die Neue.

Das ist vor allem die Bedienung. Die Einstellknöpfe sind größer(Belichtungskorrektur) bzw. dicker(Verschlusszeiten) geworden. Der Vorteil ist klar; die Kamera kann so mit Handschuhen etwas besser bedient werden.

Gegenüberstellung X-Pro2 vs. Pro1

Dann kann man jetzt das Verfahren der Belichtungmessung einfacher direkt beeinflussen(Separater Knopf). Die AF-Feldauswahl geht jetzt per Joystick. Das Q-Menü ist jetzt konfigurierbar. Man kann das aber so lassen; bisher erscheint mir das Voreingestellte als sinnvoll. Was davon für mich einfacher und besser ist, muss ich erst herausfinden. Auf der Frontseite kann man nun auch ein Einstellrad für den Zeigefinger finden, mit dem man die Belichtung nach Sicht um knapp eine Stufe korrigeren kann, um ein Feintuning vorzunehmen.

Was mich aber schon begeistert, ist der Autofokus, der deutlich schneller geworden zu sein scheint. Besonders mit dem 1,4/35er ist das der Fall.

Die Menüs erscheinen in einem moderneren Bild und einige unwichtige Extras wie das Aussehen derselben(farblicher Hintergrund) sind eher der Vernunft und der besseren Rechenleistung als der Sparwut anheim gefallen.

Nicht zu vergessen und auch nicht ganz unwesentlich: Der Sensor hat jetzt 24 statt 16 Megapixel im Angebot. Und wir arbeiten jetzt mit Phasen-AF.

Was ist geblieben?

Der Look der Kamera ist immer noch der selbe wie bei der Pro1. Das Ganze sieht immer noch schön archaisch aus, wenn man das so nennen will. Opas Ricoh von Neckermann kann man auch hier wiedererkennen. Eine Leica aber definitiv nicht. Ich denke auch, dass das bei Fuji gar nicht gewollt ist. Das Design der Kamera ist für heutige Zeiten auch so schon ungewöhnlich und klassisch.

Die Verarbeitung ist wie gehabt gut. Die vorhandenen Akkus(auch die Fremdakkus) funktionieren auch mit diesem Modell. Wenn man schon NP-W126er hat, kann man sofort mit einem vollen Akku loslegen, wenn man nebst Objektiv einen davon in der Tasche hat. So tat auch ich.

Was sollte man ändern?

Auch neu: Es gibt jetzt zwei Slots für die Speicherkarten.

Man kann auch die alten vorhandenen SD-Karten aus der Pro1 transplantieren. Allerdings sollte man das nicht tun; mit moderneren Karten ist die Kamera deutlich schneller. Ich habe welche mit einer Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 150MB/Sek. eingesetzt und ich denke, dass es sich lohnt, das zu tun. Bezahlbare und gute Speicherkarten aus 2012 schafften vielleicht 40MB/Sek, wenn es die Schnelleren waren. Zudem sollte man auch den zweiten Slot benutzen. Dort ist Platz für die Sicherung der Daten, falls die erste Karte irgendwann mal defekt sein sollte. Zwei identische Karten sind allerdings zu empfehlen. Damit wird auch das nächste Upgrade sichtbar. Das ist der Kartenleser. Ich habe noch zwei Hama-Geräte für den USB2-Bus: Im Sinne der Bedienungskonstanz einen am Rechner und einen für Unterwegs in der Fototasche. Mein neuer Rechner hat auch USB3-Anschlüsse und damit wird klar, was als Nächstes kommt.

Als Software habe ich bisher Lightroom 5 benutzt. Die letzte Version war 5.7. Hier ist ein Update fällig, wenn man weiterhin damit arbeiten und es nicht abonnieren will. Ich habe mir Version 6 beschafft. Die kann man auf 6.4 updaten, die die RAWs aus der Pro2 lesen kann. Bildbetrachter wie Irfanview können das neue RAW-Format der Kamera noch nicht darstellen, sondern zeigen das eingebettete JPEG an. Auch die neuesten Versionen nicht. Das sollte aber bald nachkommen. Ich nutze diesen Betrachter gerne und hoffe darauf. Das ist aber normal: Der Windows- Bildbetrachter kann das auch noch nicht.

Wenn man mit den zwei SD-Karten wie beschrieben arbeitet, sollte man auch die Vorgehensweise beim Transfer auf den Rechner ändern. Bisher habe ich das mit Cut-and-Paste gemacht. Hat man identische Daten auf beiden Karten, sollte man immer die erste Karte aus der Kamera nehmen. Diese Daten dann per Cut-and-paste auf demn Rechner schaufeln. Und dann nachsehen, ob alles ok ist. Wenn das der Fall ist, schiebt man die erste Karte in Slot zwei und die zweite Karte in Slot 1. Dann kann man die Daten auf der ersten Karte in der Kamera löschen. Dann hat man auch zwei leere Karten und kann ohne Weiteres weiterarbeiten. Das hat keine technischen Gründe, sondern sollte einfach nur die Bedienung vereinfachen. Vorausgesetzt ist dabei immer, dass die Daten auf beiden Karten identisch sind, die zweite Karte also zur Datensicherung dient.

Erste Bilder aus der Neuen

Sonnenuntergang bei Hohenhameln. Mit dem 1,4/35; Blende 11 bei 1/250stel Sek.; ISO 400

Was auf den Bildern nicht zu erkennen ist, ist, dass die Bilder besser als aus der Pro 1 sind. Vor allem für das Rauschen gilt das. Das ist zwar nur geringfügig besser als das der Pro1, mit dem Unterschied, dass man jetzt natürlich ein paar Pixel mehr zur Verfügung hat.

Mal was im Dunkeln:

Kirche in Harsum. ISO 2500, 1/30stel Sek. bei Blende 1,6 mit dem 23er.

…und noch eines:

Kirche in Harsum. ISO 2500, 1/30stel Sek. bei Blende 2,8 mit dem 14er.

Zu guter Letzt noch ein 100%-Ausschnitt mit der Eingangstür aus dem vorigen Bild. So etwa sieht das Ganze nach dem ersten Lowlight-Versuch mit der Pro2 aus.

Ein 100%- Crop aus dem obigen Bild, das den von mir gefundenen derzeitigen Standard eines ISO 2500-Bildes im Schatten zeigt. Wie gesagt, ein Prototyp.

Diese Bilder wurden im RAW-Format aufgenommen, in Lightroom 6.4 nachbearbeitet(vor allem minimal entrauscht und nachgeschärft) und in das JPEG-Format gewandelt.

Den Harz durfte meine Pro2 auch schon mal bereisen. Ich war nur kurz dort, wie öfters, an der Oker bei Goslar in der Nähe der Okertalsperre. Dort gibt es ein paar Stellen, an denen man nette Bilder von einem Fluss in Bewegung machen kann. Zudem war das eine gute Gelegenheit, die Acros-Simulation anzutesten.

Oker bei Goslar. Mit dem 55-200, ISO 400, Blende 11 bei 1/4 Sek. Stativ natürlich.

In der Acros-Simulation musste ich nacharbeiten. Das kann aber auch am Licht gelegen haben. Ich habe es in den Schatten gerne ein bisschen kräftiger als die Histogrammjünger sich das vorstellen mögen. Aber auch der alte Ansel Adams sagte schon mal, dass man nicht alle Grauwerte zeigen muss, wenn man ein gutes Bild haben will. Was mir auch hier wieder aufgefallen ist, ist der enorme Belichtungsspielraum des Sensors.

Oker bei Goslar. Technische Daten wie im letzten Bild.

Bei obigen Bild waren die Lichter, hier im fließenden Wasser, völlig ausgefressen. Einfach strahlend weiß. Ein bisschen Nacharbeit und man hat das oben Gezeigte. Ein gutes Gen, an dem man die Abstammung von der Pro1 erkennen kann.

Bisher bin ich zufrieden mit dem Kauf. Zudem bietet die Kamera noch einige interessante Goodies, von denen ich zwar noch nicht immer weiß, ob ich je alle nutzen werde, aber man kann sie ja mal aufzählen:

  • Was mir sofort auffiel: Der Verschluss ist noch einmal deutlich leiser geworden. Wobei der Verschluss der Pro1 schon keine Radaumaschine ist.
  • WLAN: Das macht vor allem Sinn, weil man die Kamera darüber auch mit dem Smartphone steuern kann, wenn man das will. Ich tue das nicht; aber andere werden vielleicht ihre Freude daran haben.
  • Die Kamera ist etwas schwerer als die Pro1. Die Differenz sind etwa 50 Gramm. Man kann sie so und durch ihren anders geformten „Griff“ noch ein bisschen ruhiger halten.
  • Die Dioptrienkorrektur muss nicht mehr mittels Korrekturlinse durchgeführt werden, sondern kommt mit der Kamera. Ob der Bereich ausreichend ist, wissen permanente Brillenträger besser als ich. Die Kamera hat kein 19mm- Gewinde mehr, wie es scheint.

Die Pro1 erwies sich bei mir als etwas langsam, aber sehr brauchbar, wenn man sie richtig eingesetzt hat. Der Nachfolger kann vieles besser als das alte Modell, was aber auch zu erwarten war. Vor allem für die AF- Geschwindigkeit gilt das übrigens, die sie sehr wahrscheinlich auch Rock- konzerttauglich macht, was der wesentliche Schwachpunkt der Pro1 gewesen ist. Bei passender Gelegenheit werde ich das sicher austesten. Die nächsten Stadtfeste, bei denen man das unbehelligt tun kann, kommen mit Sicherheit. Und der Rest der Kamera kann das ohnehin…

 

 

Fujis Neue X-Pro 2: Gerüchte und einfach eine Meinung

Diskussionen über die neue X-Pro von Fuji gibt es viele. Gerüchte gibt es noch mehr darüber. Laut einigen dieser Seiten soll sie ja nun Mitte Januar auf den Markt kommen, die von vielen erwartete X-Pro2.

Wenn man sich die vorgefundenen Wunschlisten so ansieht, fragt man sich, was noch alles in die neue Superkiste eingebaut werden soll:

  • Sensor bei etwa 24-36 Megapixel, mal von Sony im Bayermuster und mal das X-Trans-Muster.
  • Je nach Seite im APS-C- oder Kleinbildformat. Von APS-H ist auch noch die Rede…
  • WLAN.
  • NFC.
  • Zwei Speicherkartenslots.
  • Ein größerer Akku.
  • Kleiner als bisher.
  • Bessere Bildqualität.
  • Größerer Bilsschirm.
  • OLED- Hybridsucher.
  • Schneller Autofokus.
  • Schnellere Aufnahmefrequenz.
  • Wasserdicht.
  • Preis etwa 30% über der T1, also etwa 1600 Euro in Deutschland.

Meiner Meinung nach sind das sehr viele Wünsche. Es stellt sich dabei die Frage, ob sich das so in die Realität umsetzen lässt. Im Normalfall schon, aber das Fuji- System ist eines, das sich immer noch in der Entwicklung befindet, aber schon einen durchaus hohen Reifegrad besitzt. An der Bildqualität der Objektive ist eigentlich nichts auszusetzen. An den Qualitäten des X-Trans-Sensors eigentlich auch nicht. Anders herum: Bei niedrigen bis mittleren Lichtempfindlichkeiten des Sensors sind Abzüge bis 70/100 einfach drin. Und mit etwas Arbeit kann man das auch noch aus 1600 ISO herausquetschen, was ich auch schon getan habe. Auch, wenn man croppen muss. Wenn die Objektive die 24MP „können“, was sich erst zeigen wird, wäre ein höher auflösender Sensor allerdings durchaus wünschenswert. Ich traue das den XF-Fujinonen das durchaus zu. Ich selbst hätte gerne diese Features:

  • Mehr Pixel, 20-24 MP wären schön.
  • Der zweite Kartenslot ist auch nicht zu verachten, aber nicht unbedingt nötig
  • Der schnellere Autofokus wäre wünschenswert. Das vorhandene ist bei schlechtem Licht zu langsam.
  • Der Akku reicht mir aus. Ich komme damit etwa 600 Bilder weit, was in den meisten Fällen ausreichend ist. Ersatzakkus kann man sich auch günstig aus China besorgen. Die Qualität passt in der Regel und die Kapazität reicht auch meistens hin.

Das mal so als Meinung. Ich kann es eigentlich schon seit einiger Zeit kaum noch erwarten, weil ich eine verbesserte X-Pro will. Die X-E2 ist zwar als Zweitkamera gut, aber leider verbraucht die auch mehr Strom: Ich schaffe etwa 240 Aufnahmen mit einer Akkuladung und dem 55-200 mit eingeschaltetem Bildstabilisator und gelegentlicher Bildkontrolle…

Momentan ist das wie das Warten auf den Weihnachtsmann für einen Vierjährigen. Wann kommt sie endlich und was wird sie wirklich bringen? Das Thema X-Pro geht für mich erst weiter, wenn ich eine in den Händen habe und die ersten Bilder damit gemacht sind. Wenn sie im Januar angekündigt wird, vermutlich Ende März bis Ende April. Dann dürften die ersten Kameras in größerer Menge im Markt unterwegs sein. Vielleicht kommt dann das 100-400 gleich mit…