Yosemite 2018 der Erste.

Half Dome nach Sonnenuntergang. X-T2 mit 18-55, 2,5 Sek. bei Blende 11. ISO 250.

Auch dieses Mal verschlug es mich wieder nach Yosemite. Nachdem das wegen des Wetters auf der letzten Tour nicht so der Hit war, bin ich dieses Mal auch aus diesem Grund erst im Herbst in die Staaten geflogen, um das Projekt weiter zu verfolgen und weitere Bilder zu machen.

Angeshen habe ich mir endlich mal den Tioga- Pass, der sehr schön sein soll und das auch ist. Der Tenaya Lake ist auch attraktiv und einen Sonnenuntergang am Half Dome hatte ich auch noch nicht gesehen. Damit waren die Motive klar: Abendstimmung, Dokumentarisches und der Versuch, ein paar Herbstfarben einzufangen.

Half Dome etwas früher. Auch nach Sonnenuntergang. Auch mit der X-T2 und dem 18-55. Blende 11 bei 1/2 Sek. ISO 250

Wie man in den Bildunterschriften schon erkennen kann, sind die beiden ersten Bilder bei eher langen Zeiten, also von einem Stativ aus, entstanden. Auch hier hat sich das vorhandene Carbonstativ bewährt. Und wenn man sowieso lange belichten muss, kommt es nicht darauf an, ob die Verschlusszeit bei 1/10tel oder einer halben Sekunde liegt. Im Interesse niedrigeren Rauschens kann man die Lichtempfindlichkeit des Sensors also ruhig zurücknehmen.

Neben mir stand übrigens ein Kollege aus Japan, der dort mit einer Olympus- Kamera fotografierte. Der Autofokus seines Geräts hat bei diesen Lichtverhältnissen seinen Dienst quittiert: Hier zeigt sich wieder mal, dass reine Schnelligkeit eben nicht ausreicht; zuerst mal muss es überhaupt gehen und dann kann man über die anderen Sachen diskutieren.

Tunnel View.

Einen anderen Sonnuntergang habe ich am Tunnel View eingefangen. Auch hier galt es, das Stativ aufzubauen, die Kamera draufzusetzen einfach zu warten und dann einfach nur auf den Knopf zu drücken.

Sonnenuntergang am Tunnel View. Mit der X-Pro2 und dem 55-200. 10 Sek, bei Blende 7,1; ISO 400.

An diesem Platz ist es wie am Glacier Point. Allerdings sind hier interessanterweise wenige Leute unterwegs, die versuchen, so etwas einzufangen. Unter anderem gab es dort eine deutsche Schülergruppe, die in der Gegend Englischunterricht genommen hatte. Sprachferien nennt man das wohl.

Noch einer vom Sonnenuntergang. Mit der X-T2 und dem 18-55. Blende 8 bei 1/2 Sek. ISO 200.

Auch diese Bilder sind erst entstanden, als die „schweigende Mehrheit“ bereits auf dem Weg ins Hotel war. Und auch hier ist das Licht so natürlich deutlich interessanter und die Farben sind schöner als um die Mittagszeit herum…

Tunnel View ist ohnehin am einfachsten zu fotografieren: Wenn man es eilig hat und von Merced oder Fresno kommt, braucht man nur hinter dem Wawona- Tunnel aus dem Auto zu springen, am besten mit der schussbereiten Kamera auf dem Beifahrersitz.

El Capitan im Herbst. Mit der X-T2 und dem 4/10-24. Blende 13 bei 1/500stel Sek. ISO 400.

Was man über Ansel Adams wissen sollte

Um mal auf wieder das Idol vieler Landschaftsfotografen, Ansel Adams, zurückzukommen: Adams hat diesen Park das erste Mal in seiner Jugend gesehen; er ist etwa 14 Jahre alt gewesen. Zu der Zeit gab es sogar noch eine Bahnlinie in den Park. Auch die Camps hatte man zu der Zeit schon. Wir reden über die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, hier um 1916 herum, weil der Erste Weltkrieg für die USA erst 1917 begonnen hat. Das war auch die Zeit, in der er seine erste Kamera bekam: Eine Kodak Box.

Die grundsätzliche Laborarbeit hat in der Nachbarschaft in einem Ferienjob kennengelernt.

Später hat er auch in Yosemite gearbeitet und seine Frau stammte auch aus dem Tal. Deshalb gibt es dort auch immer noch einen Laden, der Bilder aus seiner Produktion verkauft, nach ihm benannt ist und der sich auch noch in Familienbesitz befindet.

Auch Adams‘ erste vorüberlegte Bilder entstanden hier um 1926/27 herum. Es ist schon interessant, zu was ein Pianist, der er zuerst werden wollte, mutieren kann. Er hielt sich selbst nicht für gut genug, um wirklich Konzerte geben zu können. Aber zu den Verehrern Bachs gehörte er bis an sein Lebensende. Auch das wissen viele Leute wohl nicht. Aber die Denkweisen von guten Musikern und Fotografen sind ähnlich und man kann sich indirekt sogar von der anderen Kunst inspirieren lassen. Ich selbst habe es unter den Romatikern zwar eher mit Beethoven und Tschaikowski und in der neuen Musik aus der früheren Periode, wenn man das so nennen mag(also Mahler aus der Übergangsphase,  einiges von Hindemith, Strawinsky) und einigen Russen und Polen(Schostakowitsch, Szpilman) aus der Vor- und Nachkriegszeit, aber auch das hat was.

Adams war nicht der einzige Fotograf, der in Yosemite unterwegs war, aber wohl der bekannteste. Auch sein von nicht nur ihm einst hochgeschätztes Gegenstück Edward Weston ist dort mal unterwegs gewesen. Bilder haben die gängigen Suchmaschinen.

Ein anderer Blick vom Glacier Point. Auch mit der T2 und dem 18-55. 1/60stel Sek. bei Blende 8. ISO 250.

Zurück zur Gegenwart.

Wechselt man die zeitliche Ebene in die Gegenwart und ist selbst auch mal dort und nicht nur physisch anwesend, kann man auch selbst beobachten, dass ich auch nicht der einzige bin, der dort Bilder macht. Ich schätze mal, dass neben mir noch etwa 30 weitere kamarabewehrte Leute am Glacier Point gewesen sind, um den Sonnenuntergang am Half Dome einzufangen. Die meisten haben allerdings einen kleinen Fehler gemacht: Sie haben das Gelände verlassen, als die Sonne hinter dem Horizont verschwand und die interessantesten Lichtstimmungen und -Farben überhaupt nicht mitbekommen. Ähnliches konnte ich allerdings auch am Tenaya Lake bobachten.

Etwas anderes, das manche Leute einfach aus Faulheit nicht tun, ist, ein bisschen herumzulaufen und einige Trails abzulaufen. Ein Beispiel werde ich später noch vom Olmsted Point zeigen, den ich mir bei der nächsten Tour noch einmal ansehen werde. Ich war halt erst einmal dort, bin auch ein bisschen herumgeklettert und weiß, wo und zu welcher Zeit ich meine Bilder in 2020 machen werde. Die meisten anderen werden genau das nie in Erfahrung bringen.

Insgesamt halte ich die Bilder, die ich dieses Mal in Yosemite gemacht habe, allerdings für eher durchwachsen. Die erste Euphorie, der ich vor ein paar Jahren aufgesessen war, hat sich gelegt, aber die Landschaft ist immer noch faszinierend. Man wird langsam kritischer und genauer. Zudem kommt nächstes Mal auch wieder eine größere Kamera als die Fuji mit. Die Bilder aus so einem Ding wie der Mittelformat- Pentax sehen einfach noch ein bisschen besser aus.

Auch hier ist es wiederum wichtig, zu wissen, dass diese Bilder in dieser Form auch von jedem anderen hätten gemacht werden können. Bei manchen Leute ist das Nachahmen von bekannten Bildern sogar Methode. Man sollte eben im Hinterkopf haben, dass dieser Park alljährlich von etwa fünf Millionen Menschen besucht wird. Auch wenn die meisten davon es nur in das Valley schaffen und einige der schönsten Plätze nie sehen werden.

Wie meistens das Finale zur Ausrüstung: Fuji X-Pro2 und X-T2 mit dem 2,8-4/18-55 und dem, 3,5-4,8/55-200. Meistens ISO 200-400 und nachgearbeitet und verkleinert in Lightroom.

 

 

 

June Lake

June Lake. Hier nur als Dokument, dass ich auch mal dagewesen bin.

Auf meiner Tour ging es von Pahrump durch das Death Valley über Manzanar weiter nach Mammoth Lakes zu einer Zwischenübernachtung, von der aus es dann in den Yosemite- Park gehen solle. In der Nähe befindet sich der June Lake, der einen Besuch lohnt. Es bot sich förmlich an, dort einen Stopp einzulegen, weil das Ganze ziemlich auf halbem Weg nach Yosemite liegt.

Bergmassiv.

Sehenswert ist die Gegend auf jeden Fall. Um den June Lake führt eine Straße zum und vom See (Eine Schleife), an der man ein paar schöne Panormanen sehen kann.

Bäume.

Wirklich angelockt haben mich allerdings das gute Wetter und die Aussicht auf ein paar bunte Bilder im morgendlichen Herbstlicht. Auch hier kann man mal wieder Vergleiche mit Mr. Rockwell anstellen, wenn man das denn mag: Der Gute macht die Bilder nahezu jedes Jahr nochmal neu, weil er dort herumtourt, um unbedarften Leuten beizubringen, wie Landschaftsbilder gemacht werden. Dabei muss man sich nur ein bisschen schlaulesen und geschickt planen.

Berghang.

Mich erinnert diese Landschaft ein bisschen an die Gestaltung einer Modellbahn, die ich als Kind mal hatte. Nur kannte ich die Gegend nur aus Wildwestfilmen, die öfters an Sonntagen im Fernsehen zu sehen waren. Das ist übrigens ein deutlicher Unterschied zu damals: Man achte mal darauf, wie Landschaften in Kinofilmen heute eingefangen werden und ob diese Bilder einen Anreiz liefern, diese Gegend auch mal zu besuchen.

Noch ein Berg.

Die meisten Bilder werden diesen Anreiz nicht liefern. Zumindest geht mir das so. Was wohl auch mit den verändeten Sehgewohnheiten des Publikums zu tun haben dürfte.

Noch ein Berghang.

Das allerdings kenne ich auch schon aus meiner Tour aus 2015, als es durch den Stanislaus National Forest ging, weil der Tioga- Pass geschlossen war. Dieses Jahr allerdings konnte ich ihn endlich abfahren. Bei den letzten Bildern habe ich mal die Technischen Daten hinterlassen. Das sollte ein zusätzliches Bild von den Lichtverhältnissen vermitteln.

Bäume am June Lake. Blende 10 bei 1/60stel Sek. ISO 400. X-Pro2 mit 55-200.

Dann noch mal einer:

Noch mehr Berge. Auch in der Nähe des June Lakes. Blende 13 bei 1/60stel Sek. ISO 400. Mit dem 55-200 und der X-Pro2.

Wie hier bereits vermittelt wird, war ich wieder mit dem Fuji- Kit unterwegs, wie auch 2015 schon. Geändert haben sich nur die Kameras: Aus der X-E2 wurde die X-T2 und aus der X-Pro1 wurde die X-Pro2.

Bäume am June Lake. 1/250stel Sek bei Blende 4,8. ISO 200. Mit dem 55-200.

Bei dem obigen Bild hatte ich ein bisschen Glück: Das Licht streifte gerade so die Baumkronen der Espen, die hier zu sehen sind.

Die Eastern Sierra. Den Namen auch dieses Bergs kenne ich nicht. Fuji X-Pro2 mit dem 55-200. Blende 11 bei 1/15stel Sek. ISO 400.

Was immer wieder auffällt, ist die Weite der Landschaft. Man muss eben doch öfter mal anhalten und ein Bild machen. Dieses hier ist eines von denen, die einfach bei einem Halt an der Straße entstanden sind.

Die Eastern Sierra. Den Namen des Bergs kenne ich nicht. Fuji X-Pro2 mit dem 55-200. Blende 11 bei 1/60stel Sek. ISO 400.

…und das obige Bild gehört auch dazu.

Falls ich das noch nicht erwähnt habe: Diese Bilder habe ich dank eines mittlerweile ausreichend schnellen und trotzdem energiesparenden Laptops zum ersten Mal im Hotel bearbeitet und nur geringe Unterschiede zu den kalibrierten Monitoren in der heimischen Dachkammer festgestellt. Als geht das mittlerweile auch mit einem Laptop. Das verwendete Gerät ist ein für einen Laptop schneller Lenovo mit einem 6500U- Prozessor, der sich als gerade ausreichend dafür erwiesen hat. Die LED-Technik macht es halt möglich. Es sollte also auch mit einem Modell der Konkurrenz funktionieren.

Zum Gerät: Wie erwähnt wurde alles mit Fuji- Besteck aufgenommen. Hier mit dem XF 2,8-4/18-55 an der X-T2 und dem XF 3,8-4,5/55-200 an der X-Pro2. Nachgearbeitet wurde alles in Lightroom 6.14: Ein bisschen nachschärfen, ein bisschan an den Kontrasten drehen etc.

 

Unterwegs mit der 645z

Sonnenuntergang. 1/40stel Sek bei Blende 22, ISO 200.

Die 645z ist da, sie ähnelt der D und sie ist gut. Das habe ich ja schon geschrieben. Aber wie macht sie sich, wenn man sie nutzt und wie ist es auf einem leichten Carbonstativ wie meinem noch frischen Rollei C6i, das eigentlich eher für Kleinbildkameras gemacht und wohl auch gedacht ist.

Man kann bei Stativen chinesischer Herkunft, von denen das Rollei meines Wissens auch eines ist, davon ausgehen, dass sie bei weitem nicht so robust sind, wie es in der Artikelbeschreibung steht. Soll heißen: Das Togopod Patrick ist mit 15Kg Tragfähigkeit ausgewiesen, die ich allerdings nie ausnutzen würde. Schon weil die Stativbeine sich schon bei erheblich geringerer Last erkennbar durchbiegen. Bei kleineren Modellen wie dem Lisa wird das noch deutlicher: Es soll fünf Kg tragen können. Das kann es auch, ohne dass es zusammenbricht.

Aber: der Kopf ist schon mit einer Fuji und dem 55-200 überfordert: Man muss die Richtung des Objektivs mehrmals korrigieren, bis der Ausschnitt passt. Das liegt wiederum an der nicht sehr präzisen Einstellung des Kopfes und daran, dass sich die schon recht dünnen Beine des Geräts bereits durchbiegen. Ich würde das Limit eher bei zwei Kg ansiedeln. Soll heißen: Wenn man wenig Gewicht braucht, z.B. bei einer Flugreise, und eine kleine Kamera hat, kann man es verwenden.

Feldweg bei Eixe. 1/8tel Sek. bei Blende 22, ISO 200.

Mit einer Mittelformatkamera, die mit einem kleinen Objektiv auf etwa 2Kg kommt und die mit einem kleinen Zoom wie dem Pentax SMC-FA 645 4,5/45-85 rund 2,5 Kg wiegt, klappt das schon nicht mehr. Einmal, weil das ohnehin wegen des Kameragewichts instabil ist und zum anderen, weil man hier auf jeden Fall die Spiegelvorauslösung nutzen muss, um überhaupt in die Nähe scharfer Bilder zu kommen. Im Hochformat funktioniert übrigens nicht einmal mehr das: Dann vibriert das Ganze schon durch das Öffnen und Schließen der Verschlusses. Ergo: Man nehme Größeres. Das Modell Patrick ist schon deutlich besser; hier kann man bei Nutzung der Spiegelvorauslösung schon sehr gut arbeiten. Aber mehr als 3-4 Kg Last traue auch auch diesem Modell nicht zu. Nur ist das keine Togopod- typische Schwäche, sondern systembedingt. Die kleinen Sirui- Dreibeiner sind da nicht wirklich besser. Wesentlich ist bei der ganzen Sache, dass diese Stative aus Gründen der Größe über mehr Beinsegmente verfügen und dass so mehr Verbindungsstellen vorhanden sind. Die dünnen Beine sind da nur ein etwas spezielles Extra. Am besten ist immer noch eine quasi- monolithische Beinkonstruktion aus dicken Rohren, die aber nicht mehr in den Koffer passt. Man muss eben Kompromisse machen.

Das selbe im Querformat. Mit den selben Daten wie vor.

Das jetzige Rollei C6 ist ebenso ein Kompromiss, der allerdings größer und weniger kompakt ausfällt. Das Packmaß ist 50 cm und die Maximalhöhe ist mit 170 cm noch gerade so ausreichend. Im Gegenzug ist es stabiler und in der Carbonversion nicht wesentlich schwerer als die Modelle von Togopod. Das Packmaß ist mit 50cm allerdings größer: Man muss im Koffer etwas mehr Platz dafür freihalten. Und sowohl der Kopf als auch das Stativ sind stabil genug, um es auch noch mit einer 645er Pentax einsetzen zu können. Die Qualitäten meines alten Manfrotto 075 erreicht es zwar nicht, aber man kann sehr gut damit auskommen und schleppt keine 8Kg Gewicht mit sich herum.

Die Fuhse bei Abbensen. 1 Sek. bei Blende 22. ISO 200.

Was das Rauschverhalten der Kamera angeht: Der Sensor der 645z ist ein Sony- Modell auf CMOS- Basis, das man so auch bei der illustren Konkurrenz von Hasselblad, Phase One oder Fujifilm vorfindet. Das Rauschverhalten sollte demnach den Kameras dieser Hersteller ähneln. Der Unterschied sollte, wenn es denn einen gibt, eher in der Aufbereitung der Aufnahmen als in tatsächlichen Unterschieden bei der Hardware zu finden sein. Abgesehen davon: Eine 645er von Pentax lässt sich wie eine stinknormale Spiegelreflex bedienen. Man kann die Bedienung so konfigurieren, wie man das für die eigene Ergonomie braucht. Und die meisten Leute, die sie nutzen und die auch schon Modelle der Wettbewerber in der Hand hatten, loben sie genau deshalb über den grünen Klee. Ähnlich wäre da vor allem die Fuji GFX 645R, die noch ein bisschen kompakter ist und sich annähernd wie die X- Modelle benutzen lässt. Allerdings dann auch mit dem Nachteil des höheren Stromverbrauchs der Kamera: Mit einer Akkuladung kann man mit der 645Z etwa 650 Aufnahmen machen; mit der Fuji nur 350. Und man hat auch noch den Nachteil, dass man die Akkus derzeit noch nicht mit USB- Ladern aus China betanken kann. Also wird das auch nichts mit einer Powerbank in der Wildnis oder der Steckdose im Auto. Dises Dinge gibt es für diese Kamera einfach noch nicht. Das sollte sich allerdings im Zeitverlauf auch ändern, wenn genug davon im Markt sind.

Zur Technik: Alles mit einer 645z aufgenommen und alles mit demselben Glas, einem 4,5/45-85. Nacharbeit in Lightroom 6.14, das wohl bald einer anderen Software weichen wird.

Manzanar sollte man auch gesehen haben.

Gedenksäule am japanschen Friedhof.

Auf meinem Weg von Death Valley nach Yosemite kommt man einfach daran vorbei oder fährt durch: Es geht um die Eastern Sierra, die vor allem aus dem Owens Valley besteht, das westlich des Death Valleys zu finden ist.

Kleidung aus den 1940ern.

In diesem Tal findet man solche Plätze wie Manzanar, das als Ort bekannt ist, an dem japanischstämmige Amerikaner seit Ende 1941 interniert wurden. Heute weiß man, dass diese Aktion übertrieben gewesen ist. Damals hatten viele in den USA Angst vor Japanern, weil Pearl Harbour von Japanern angegriffen worden ist. Immerhin macht man das wie die Deutschen heute auch: Es gibt zumindest eine Gedenkstätte, die davor mahnen soll, Unrecht zu begehen. In Manzanar ist zwar niemand willentlich zu Tode gekommen, aber Unrecht bleibt Unrecht und das hat man verstanden.

Später wurden dort auch Soldaten für die Invasion in Italien rekrutiert. Diese Einheiten wurden in der Schlacht um Monte Cassino eingesetzt und sie waren bei Kriegsende die Einheiten mit den meisten und höchsten Auszeichnungen.

Schlafsaal.

Im Normalfall teilten sich mehrere Familien eine Baracke, in der die „Wohnungen“ einfach nur aus Betten bestanden. Diese Baracken waren anfangs auch schlecht isoliert, weil es einfache Holzbauten waren. Das wurde ab Anfang 1942 geändert. Man hat dann begonnen, die Wände zu verkleiden und für dichte Fenster zu sorgen. Die Winter in der Gegend können bekanntermaßen sehr kalt werden.

Kantine.

Diese Baracken hatten keine eigenen Küchen. Pro Block gab es eine Kantine mit Küche, in der die Internierten verpflegt wurden.

Küche in einer der Kantinen.

Ähnlich verhielt es sich mit den Sanitärräumen: Es gibt Menschen, die die ersten Jahre ihres Lebens nie eine private Toilette aufgesucht haben oder ein eigenes Bad zur Verfügung hatten. Besonders in den USA ist das nahezu unvorstellbar. Das dazu. Wer mehr darüber wissen will, dem sei Wikipedia nahegelegt.

Die Struktur der Blocks: Ein Schild, eine Baracke.

Was die Struktur der Blocks angeht, bestand sie den Informationen im Lager nach aus acht Wohnbaracken, einem Sanitärgebäude und der Kantine mit Küche.

Das Lager ist nicht mehr im Originalzustand, weil man die Baracken nach dem Krieg gegen Abbruch für wenig Geld an die örtliche Bevölkerung verkauft hat, die aus dem Material neue Gebäude geschaffen hat. Fragmente davon kann man in der Gegend auch heute noch finden.

Technik: Fuji X-Pro2 und T2. Dazu das 18-55 und das 55-200. Nachgearbeitet und verkleinert in Lightroom. Hier mal keine Aufnahmedaten. Diese Bilder dienen vor allem der Dokumentation.

 

Die Pentax 645Z

Die 645z. Hier mit einem FA 4,5/45-85mm.

Ich habe es getan. Seit einiger Zeit kann ich eine Pentax 645Z mein Eigen nennen. Gekauft habe ich sie dieses Mal gebraucht mit sehr wenigen Auslösungen. Der Händler aus Hamburg hat sein Versprechen, dass sie neuwertig ist, also gehalten

Besser ist bei ihr im wesentlichen nicht die Auflösung. Der Grund für den Wechsel auf die 645Z liegt im CMOS- Sensor, der deutlich rauschärmer ist und in der schnelleren Verarbeitungsgeschwindigkeit der Aufnahmen. Das Tempo einer Nikon D850 erreicht sie zwar nicht, aber im Gegenzug ist so ein System auch nicht so teuer. Und aus meiner Sicht ist die Detaildarstellung mindestens nicht schlechter als bei der 645D, aber deutlich besser als bei den kleineren Formaten, die für die Ausbeutung des Sensors zudem Linsen brauchen, die weitaus anspruchsvoller zu fertigen und teilweise noch gar nicht im Markt sind.

Teurer wird das dann auch noch. Man muss schließlich nicht nur die Kamera kaufen, sondern auch passendes Glas: Ich habe hier ein 4/70-200 von Tamron, das in der Presse hoch gelobt wird und auf jeden Fall nicht die Leistung der deutlich älteren Pentax- Linsen bietet. Im Vergleich damit macht sich mein Sigma 1:4/24-105 aus der Art- Serie etwas besser, kommt aber auch nicht an das Mittelformat heran. Zumindest mit meiner D800 haben beide schon richtig zu kämpfen. Allerdings hinkt der Vergleich auch ein bisschen. Das Sigma könnte man durch ein stabilisiertes 24-70 von Nikon ersetzen und man käme dann schon nah an eine Mittelformatkamera heran. Nur ist man dann nur in der Nähe. Der kleinere Pixelabstand bei kleineren Sensoren verlangt halt finanzielle Opfer. Genauso wie der Qualitätsgewinn einer solchen Kamera physische Opfer verlangt: Man muss eben ein bisschen schleppen.

Deshalb hier mal die Entscheidungsgrundlagen im Detail:

  • Rauscharmer CMOS-Sensor. Dadurch werden Lowlight- Aufnahmen überhaupt erst möglich.
  • Die Signalverarbeitung ist deutlich schneller als bei der 645D.
  • Die Speicherkarten lassen sich deutlich schneller beschreiben.
  • Auch diese Kamera ist mit den alten 645-A-Objektiven kompatibel.
  • Einige Tausender billiger als die Umstellung auf eine Fuji GFX.
  • Mit ein paar Objektiven ist eine Fuji GFX trotzdem nicht leichter.
  • Ein Klappdisplay ist zuweilen nützlich.
  • Der Preis stimmte.
  • Zubehör wie Reserveakkus ist vorhanden.

Ein bisschen Extrazubehör war auch noch in der Originalverpackung. Ich habe dort z.B. einen Ersatzakku(Originalteil) vorgefunden und eine Arca-Swiss-Stativplatte lag auch noch darin. Schöne Geste das.

Ein bisschen leiser als die 645D ist sie zudem noch. Zudem konnte ich beobachten, dass der Spiegel der Kamera weniger Vibrationen verursacht. Man muss einfach nicht grundsätzlich bei jedem Foto vom Stativ mit der Spiegelvorauslösung arbeiten. Auch wenn das bei einer Kamera dieser Bauart durchaus anzuraten ist. Das ist aber wiederum auch stativabhängig: Carbon ist deulich leichter als Aluminmium, aber gleichzeitig bei gleicher theoretischer Festigkeit auch etwas vibrationsanfälliger. Im Klartext: Mit einem alten Manfrotto 075 braucht man das nicht. Die Massenträgheit des Systems schluckt das einfach. 

Jetzt mal Butter bei die Fische. Man will ja wissen, wie Bilder aus dem Gerät so aussehen.

Birken. Mit dem 45-85. Blende 8 bei 1/250stel Sek. ISO 800.

Wie man sehen kann, macht sich das in SW schon mal ganz gut. Ein ähnliches Bild habe ich schon mal mit der 645D und eventuell auch schon mal mit einer Fuji gemacht. Entstanden ist es in Eickenrode.

Kraftwerk Mehrum. 1/500stel Sek. bei Blende 8. ISO 800. Mit dem FA 4,5/45-85 aus der Hand.

Das Bild des Kraftwerks zeigt eine klassische Gegenlichtsituation. Aus hier wieder mit eher ungünstigen 800 ISO aufgenommen, um das Rauschen in den dunklen Partien beurteilen zu können. Meiner Ansicht nach ist es in Ordnung. Man hat ja mittlerweile Vergleichsmöglichkeiten. Ähnliches habe ich auch schon mal mit einer anderen Kamera- Objektivkombination gemacht.

Kraftwerk Mehrum die Zweite. Daten wie im letzten Bild.

Diese beiden Bilder mussten ein bisschen nachgearbeitet werden. Wer die Kamera in der Hand hält, verkantet schon mal um ein oder zwei Grad.

Feldweg im Winter. Was für ein Titel… 1/160stel Sek. bei Blende 10. ISO 800. Mit dem 4,5/45-85.

…und das Gleiche nochmal im Hochformat:

Feldweg im Winter im Hochformat. 1/200stel Sek. bei Blende 10. ISO 800. Mit dem 4,5/45-85.

Der zweite Feldweg hat eine etwas andere Belichtungszeit. Es war früh am Abend und die Lichtverhältnisse können schon mal schnell wechseln.

Hier noch mal ein paar technische Details: Aufgenommen wurde alles aus der Hand ohne Stativ mit einer Pentax 645Z. Nachgearbeitet und verkleinert wurde alles in Lightroom. Man muss halt immer noch mal ein bisschen eingreifen.

 

 

Zabriskie Point

Einer der wichtigsten Orte im Death Valley ist nicht nur meiner Ansicht nach Zabriskie Point. Dieser Aussichtspunkt liegt bereits in Kalifornien, etwa 60 Meilen von Pahrump entfernt. Wie ich vielleicht schon mal erwähnte: Sprit kostet in Nevada 3 und in Kalifornien 5 Dollar. Die Übernachtungspreise verhalten sich ähnlich.

Ein Klassiker in SW. Muss man mal gemacht haben. Mit der Pro2. 1/15tel Sek. bei Blende 9,9. ISO 200.
Auch schon ein spätes Bild. Wieder mit der Pro2. ISO 400. 11 Sekunden bei Blende 16.

Auch an diesem Ort sind die Altvorderen schon öfters gewesen. Wer also glaubt, er sei der erste, der dort Bilder gemacht hat, irrt gewaltig. Sowohl einen Ansel Adams als auch einen seiner stilmäßigen Vorreiter, Edward Weston, hat es schon Jahrzehnte zuvor hierher verschlagen. Aber es ist auch hier so, dass man diese Gegend eben sehen und fühlen muss, um wirklich dagewesen zu sein und auch hier nicht nur schnell aus dem Auto zu springen und schnell mit den Handyknipse ein paar Bildchen zu schießen, wie das die meisten Leute sehr gern tun.

Es wird immer später. Das hier entstand schon nach Sonnenuntergang. ISO 400. Sechs Sek. bei Blende 11.
Zabriskie Point. Blick auf die Felswand. Eine Sek. bei Blende 11. ISO 400.

Zu sehen gibt es dort, wie an so vielen Orten, Berge und Wüste. Am schönsten ist es dort entweder morgens oder bei und nach Sonnenuntergang.  Das Gestein würde ich als eine Art Sandstein betrachten. Wenn man an bestimmte Orte kommt, stellt man fest, dass das Ganze sehr porös ist. In der Realität sollte aber viel Borax darin enthalten sein, wenn ich das richtig sehe.

Noch ein Schwarzweißer. Auch mit der Pro2. Blende 13 bei 1/4 Sek. ISO 400.

Auch hier sollte man nicht der Herde folgen und abhauen, wenn die Lampe aus ist. Die Farben werden erst dann wirklich interessant. Das ist wie bei einem Workshop zum Thema Landschaftsfotografie: Wenn die Gruppe beim Essen sitzt, ist das Licht meistens am schönsten…

Was ähnliches in Farbe. Auch mit der Pro2. 1/4 Sek. bei Blende 11., ISO 200.

Auch hier habe ich sie wieder gesehen, die Fluchtinstinktüberprüfer, die herausfinden wollen, wie schnell ein doch recht großer Felsen laufen kann: 2,8/400mm Tele auf der Kamera, 128000 ISO und Dauerfeuer. Den Dreibeiner hatte der Kollege neben sich stehen. Leider war das ein zu billiger Wackeldackel, den ich so nie kaufen würde. Aber wenn die Kamera schon so teuer war, muss man eben irgendwo sparen. Das wird wohl nichts, dachte ich nur. Mal wieder ein Mittourist aus Europa. Manchmal ist es besser, für einen Einheimischen gehalten zu werden(passiert mir öfters) und sich nicht als Deutscher zu outen…

Im letzten Streiflicht. 1/8tel Sek. bei Blende 16. ISO 200.
Ähnlich… 1/30stel Sek. bei Blende 16. ISO 200.
Der Letzte. Auch mit der Pro2. Sechs Sek. bei Blende 11. ISO 400.

Zeigen kann ich hier, was jeder sieht, der mal dagewesen ist. Bilder von Bergen und Felsenlandschaften.

Was das Gerät angeht: Hier mal alles mit einer Fuji X-Pro2. Ziemlich alle von einem Togopod- Stativ(Patrick Carbon), das aber einem Rollei- Modell weichen wird, das stabiler und nicht wesentlich schwerer ist. Die Verschlusszeiten waren in der Regel lang. Die Nacharbeit erfolgte wie meistens in Lightroom.


Mal ein bisschen Rhyolite

Besucht habe ich auch Rhyolite. Das ist eine Geisterstadt in der Nähe von Beatty in Nevada, in der Anfang des 20. Jahrhunderts nach Gold gegraben wurde. Diese Stadt existierte nur von 1904 bis 1919. Der letzte Einwohner war übrigens der Postbeamte. Die Fragmente, die noch sichtbar sind, sind ein paar Ruinen und ein leerstehendes Bahnhofsgebäude.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude. X-Pro2 mit dem 10-24. Brennweite 14mm. 1/12stel Sek. bei Blende 8. ISO 200.

Leben gibt es dort aber durchaus noch. Einige Leute nutzen den Ort zum Campen oder um einen ruhigen Platz zum Leben zu haben.

Wassertank. Brennweite 11mm mit dem 10-24. ISO200, Blende 9 bei 1/250stel Sek. Auch mit der Pro2.

Der Wassertank zeigt es bereits: In der 100%-Ansicht des Originals kann man erkennen, dass der Auslauf aus Zink, also doch schon recht alt ist.

Ölfass.

Der Eisenbahnwagen dürfte älter sein; der Bauweise nach würde ich ihn als tatsächlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammend einschätzen.

Eisenbahnwagen. Mit dem 18-55. ISO 200, Blende 10 bei 1/125stel Sek. Mit der X-T2.

Die ursprüngliche Farbe des Waggons kann man noch erraten. Ich denke, dass es sich um einen Rotton gehandelt haben muss.

Leiter. Auch vom Waggon. Auch mit dem 18-55. Blende 7 bei 1/125stel Sek. ISO 200. Fujifilm X-T2.

Selten zu sehen ist auch ein Haus, das einer der Stadtbewohner aus Flaschen gebaut hat. Der Menge nach dürfte der Mann die Flaschen eher gesammelt als selbst ausgetrunken haben. Es soll sich um rund 50.000 Bierflaschen handeln, die der Erbauer im benachbarten Saloon eingesammelt hat..

Flaschenhaus.

Einige Fragmente aus früheren Zeiten hat man auch noch gefunden und ausgestellt. Vor allem um das Flaschenhaus herum kann man sich das ansehen:

Überbleibsel früheren Lebens im Ort.

Radreifen.

Rhyolite ist auch ein Platz, an dem sich einige Künstler verewigt haben. Hier kommen ein paar Bilder:

Das letzte Abendmahl. Hier aus Kunststoff. Gemacht von Albert Szukalski.

Meine neue Couch… Aus Beton und verfliest. Künstler unbekannt.

Denkmal für die Minenarbeiter. Aus Stahl.

Ein kleines und durchaus interessantes Museum, in dem Bilder aus dem früheren Stadtleben ausgestellt sind, gibt es auch noch. Kleine Spenden werden übrigens auch gerne gesehen. Darauf sei hingewiesen.

Saltwater Creek

Der eigentliche Bachlauf. Mit der Fuji X-Pro2 und dem 18-55. 1/250stel Sek. bei Blende 10, ISO 200

Saltwater Creek ist nicht anderes als das, was der Name schon sagt: Es handelt sich um einen Bachlauf aus Salzwasser, der im Sommer trockenfällt und dann so unwirtlich aussieht wie hier auf den Bildern.

Erreichen kann man das über eine Dirt Road von Stovepipe Wells aus auf dem Weg nach Badwater. Man muss zwar ein bisschen vorsichtig sein, aber an diesem „Bach“ stoppen wegen des sehr kurzen Trails, der zudem aus Holzstegen besteht, auch Reisebusse.

Felsen. Technische Daten wie oben.

Mehr als ein bisschen herumwandern kann man dort nicht und sollte man auch nicht. Die Holzstege haben schon eine Existenzberechnigung.

Fernsicht.

Aus der Entfernung sieht das Gestein mehr oder weniger so aus wie auf dem Bild oben. Mit dem Wetter hatte ein bisschen Pech. Ich hoffte eigentlich auf ein paar Wolken, die den strukturlosen Himmel ein bisschen schöner gestaltet hätten.

Noch eine Fernsicht.

Wie sicher aufgefallen ist, füge ich die technischen Daten der Aufnahme nicht mehr überall ein. Das liegt einfach daran, dass sie sich zu sehr ähneln. Wie auch das vorletzte Foto und das direkt über diesem Absatz.

Noch mehr Felsen.

Wer auf geschwungene Linien steht und keine Angst vor Schwarz hat, ist dort richtig. Man muss manchmal abwägen, ob man ausgefressene Lichter oder abgesoffene Schatten will.

Noch einmal einer aus dem Bachlauf…

Wer das allerdings geschickt anstellt, kann an sehr interessante Lichtspiele kommen. Bilder wie diese vertragen eine kleine Darstellung wie im Medium Internet eigentlich nicht. Sowas muss Meter…

Noch einer aus der Ferne…

…und leider ohne strukturierten Himmel. Einen habbich noch und dann war es das mit dem Saltwater Creek:

Eine letzte Felsformation.

Wie schon beschrieben: Ich hatte zwei Fujis dabei. Eine X-T2 und eine X-Pro2. An einer Kamera hing das 55-200 und an der anderen das 18-55. Weil es zweckmäßiger ist, wenn es staubig sein kann; wie an diesem Ort. Aufgenommen wurde alles im unkomprimierten RAW- Format.

Die Nacharbeit, wie meistens, in Lightroom: Kontraste, ein bisschen Schärfe und die eine oder andere Belichtungskorrektur. Verkleinert ebenfalls mit dieser Software. Diese Bilder wurden, wie die anderen auch, nicht auf dem heimischen Rechner bearbeitet, sondern auf einem Laptop, der einmal noch schnell genug dazu ist und zum anderen klein und leicht genug und trotzdem noch bezahlbar. Übrigens wog dieses Gerät deutlich weniger als meine „Batterie mit Rechner“ (Acer- AMD C60 mit 12″-Bildschirm) aus 2015. Einfach weil die Akkus noch ein bisschen moderner und kleiner geworden sind und weil der Rechner selbst relativ schnell bei hoher Effizienz ist.

Badwater

Einer der tiefsten Punkte der Erde ist das Badwater Basin. Es ist ein Salzsee, der aus einer Quelle gespeist wird. In der Umgebung dieser Quelle befindet sich in erster Linie Salz.

Interessant sind hierbei vor allem die sechseckigen Strukturen, die sich bilden, wenn das salzig gewordene Wasser wieder verdampft. In einer so trockenen Gegend tut es das sehr schnell: Laut Wikipedia gibt es dort etwa 48 mm Regen im Jahr, bei einer Verdunstungsrate von 3850mm. Die Kruste auf dem See soll etwa einen Meter dick sein und sie ist begehbar, was weidlich ausgenutzt wird.

Man sieht es deutlich: Der Salzsee. ISO 200. 1/500stel Sek. bei Blende 13. Mit dem 18-55 bei 18mm an der X-Pro2

Es war Morgen und es gab einen leichten Sandsturm. Das machte es schwierig, an klare Bilder zu kommen, auf denen der Hintergrund sichtbar ist. Auf der anderen Seite denke ich, dass die scheinbare Ödnis der Landschaft so besser zur Geltung kommt.

Hier was mit Hintergrund. Daten wie beim ersten Bild.

Ein bisschen Gegenlich kann man auch erkennen. Und auch hier gilt, dass man sich ein bisschen bewegen muss, um die ganze Atmosphäre zu erfassen. Ein knapper Kilometer als Laufstrecke sollte dabei herauskommen.

Der letzte mit Hintergrund. X-Pro2 mit 18-55. ISO 200, 1/320stel Sek. bei Blende 14.

Aufpassen sollte man aber trotzdem. Vor allem, wenn es doch mal geregnet hat, kann die Salzkruste auch mal brüchig sein. Dann sollte man das Basin(also den See) nicht betreten. Die tiefste Stelle im Valley ist das übrigens nicht. Die ist ein paar Meilen davon entfernt.

Artist’s Palette

Eine Übersicht.

Das Death Valley wollte ich schon seit einigen Jahren genauer untersuchen und sehen und dieses Jahr habe ich das auch mal hinbekommen. Meine Tour ging am ersten Tag vom Flughafen in Los Angeles nach Ridgecrest(günstiges Hotel!). Drei Stunden Fahrt sind nach einem 14stündigen Flug, der Einreiseprozedur(auch wenn sie problemlos war, danke liebe Amis) und der Aufnahme des Mietwagens und dann dem Kriechtempo über die am frühen Abend gut ausgelasteten Highways rund um Los Angeles einfach genug. Von dort waren es dann noch drei Stunden bis Pahrump, wo eigentlich meine erste Station war.

Normalerweise ist der Weg über Ridgecrest länger, wenn man ins Death Valley will; aber trotzdem gibt es da einen kleinen Vorteil: Man muss, um nach Pahrump zu kommen, durch das Death Valley fahren; und bekommt schon mal ein bisschen zu sehen und weiß, wo die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu finden ist. Es ist also relativ zeitsparend.

Auch hier konnte ich wieder ein Phänomen beobachten, das mich ein bisschen genervt hat: Ein paar meiner Landsleute glaubten wirklich, jemanden mit einem kleinen Auto Tipps für das Verhalten in der Wüste zu geben zu müssen. Die meisten Leute wissen ohnehin nichts und ganz besonders, wenn sie das erste Mal da sind, scheinen einige Leute das zu brauchen. Wichtig war denen eigentlich nur das dicke Auto. Obwohl: Wenn es ein neuer Chevy Tahoe ist, sitzt entweder ein Deutscher oder ein Chinese drin und der Säufer ist ohnehin gemietet. Andere Leute setzen eben andere Prioritäten. Ein dezenter Hinweis auf meine Wasservorräte genügte dann. Diese Leute waren offensichtlich auch aus der „Schatzi stell dich mal vors Motiv“- Fraktion.

Wenn man durch das Valley fährt, sollte einem klar sein, dass die meisten Sehenswürdigkeiten nicht so einfach von der Straße zu erreichen sind. Man muss auch mal die eine oder andere Dirt Road benutzen, was aber bei vorsichtiger Fahrweise kein Problem sein sollte. Auch mit einem Mietwagen nicht und meistens auch nicht mit einem Fahrzeug wie dem von mir gemieteten Nissan. Wer das nicht will, schließt sich schon von vielem aus.

Zu den Bildern

Auch wenn manche das anders sehen: Die Kontraste im Death Valley sind niedriger, als man sich das vorstellen mag und einige dieser Bilder mussten heftig nachbearbeitet werden. Die Ursache liegt einmal in der Gesamthelligkeit und zum anderen in den immer irgendwo auftretenden kleinen Sandstürmchen. Ein Polfilter ist in so einem Fall übrigens ziemlich wirkungslos. Es handelt sich halt um Staub und nicht um den bei uns bekannten Dunst. Man muss also meistens ohne auskommen.

Besucht habe ich Badwater, Dante’s View, Artist’s Palette, die Mesquite Dunes, Rhyolite, Devil’s Golf Course, Devil’s Corn Field. Salt Creek, Stovepipe Wells und zwei Canyons habe ich auch noch durchwandert, die beide auf ihre Art sehr schön waren. Und natürlich den Zabriskie Point, den man einfach gesehen haben muss, wenn man schon mal da ist. Im Death Valley ist es wie in Yosemite. Man muss ein bisschen herumfahren, wenn man alles sehen will. Das reduziert die Bildausbeute deutlich, aber die Bilder werden tendenziell besser.

Kurz beschrieben…

Es handelt sich dabei um eine Gebirgsformation, die in vielen, meistens warmen, Farben schimmert. Das herauszuarbeiten erwies sich als schwierig. Der dezente Hinweis auf die doch recht niedrigen Kontraste gilt auch hier.

Alle Farben auf einen Blick. Man muss nicht einmal weit dafür laufen.

Diese Gegend kann man sich weitgehend mit dem Auto erfahren. Es gibt einen Rundkurs, der asphaltiert ist. Das macht es mit dem Mietwagen ein bisschen leichter.

An der Ausfahrt. Diese Farbgebung ist sehr typisch für die Gegend.

Schwieriger war die richtige Einstellung des Suchers. Das Licht ist sehr hell dort, auch  verglichen mit den sommerlichen Lichtverhältnissen hier in Deutschland. Es ist so hell, dass man auf jeden Fall schon nicht mehr mit dem Kameramonitor arbeiten kann und dass selbst der Sucher zu dunkel sein kann. Mann muss ihn zumindest bei den Fujis sehr hell einstellen, um Bilder machen zu können.

Ein bisschen bunter.

Was diese Ecke ausmacht, ist genau das, nämlich die eher niedrigen Kontraste, die es allerdings auch notwendig machen, die Bilder ausschweifend nachzuarbeiten, vor allem im Hinblick auf die Kontraste. Zudem muss man auch mit der Belichtung vorsichtig sein.

Noch mehr Farben.

Mit dem Blick auf die Objektive gilt auch hier das immer wieder von mir Kolportierte: Man braucht „alles“ von etwa 15 bis 300 mm in Kleinbild. Auch hier und trotz oder gerade wegen der Weite der Landschaft. Wer sich davon beeinflussen lässt, dass „Weitwinkel reicht“, vergibt die Chance auf gute Bilder.

…und noch mehr davon.

Ich habe hier zwar die meisten Bilder mit dem 18-55 und dem 10-24 gemacht, aber auch das 55-200 wird später noch zu Ehren kommen.

Nochmal im Hochformat.

Auch bei diesen Bildern hatte das Stativ Freizeit. Es war später Nachmittag und sehr hell. Ich musste selten mehr als 1/250stel Sek. als Belichtungszeit einstellen.

…und noch einer in Quer.

Nachgearbeitet habe ich, wie eigentlich immer, in Lightroom. Man muss schon ein bisschen an den Kontrasten und der Farbintensität herumschrauben, um an diese Ergebnisse zu kommen.

Der Letzte. Man sieht, worum es geht. Mit dem 10-24, Blende 8 bei 1/250stel Sek. Brennweite 18mm.

Zur Technik: Alles mit Fuji X-T2 oder Pro2 aufgenommen. Mit dem wohlbekannten „Kit-Dreisatz“ aus 18-55, 55-200 und dem noch relativ neuen 10-24, das hier zum ersten Mal wirklich von mir eingesetzt wurde, obwohl ich es bereits seit zwei Jahren mein Eigen nennen kann.